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St.-Augustinus-Kliniken
Fachleute diskutieren über traumatisierte Flüchtlinge

Neuss. Mit der Flüchtlingswelle kamen viele Menschen, die Traumatisches erlebt haben. Auch im Neusser St. Alexius-/ St. Josef-Krankenhaus werden Flüchtlinge psychiatrisch behandelt - ambulant und stationär bei akuten Krisen. Die Herausforderungen, die die Asylbewerber an die Psychiatrie stellen, diskutierten Fachleute nun in einem Symposium in der psychiatrischen Klinik. In seiner Begrüßung rekapitulierte Dr. Martin Köhne, ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Krankenhauses, die Situation im vergangenen Jahr: "Wir haben neben der Grundversorgung zusätzlich rund 150 Flüchtlinge in relativ kurzer Zeit in schweren Krisensituationen behandelt und gelernt, dass diese Menschen ganz besondere Herausforderungen an uns stellen.

" Die Frage, wie man richtig mit der Aufnahmesituation umgeht, bewegte die Neusser Fachleute und gab den Anstoß für das Symposium. Ein Mix aus Vorträgen und Workshops lieferte den Teilnehmern in einem ersten Schritt Fakten, Zahlen und Ansätze für die Therapie dieser besonderen Patienten. Einen ersten Überblick zu den Flüchtlingszahlen in NRW lieferte Jörg Holke, Psychiatriereferent des Landes NRW. Rund 200.000 Asylbewerber hat das Land im vergangenen Jahr aufgenommen.

Professor Eckhardt Koch von der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg ging in seinem Vortrag auf die unterschiedlichen Kulturbegriffe ein. Da Dolmetscher für die Arbeit mit fremdspracheigen Patienten unerlässlich sind, kritisierte er die fehlende Kostenübernahme durch die Kassen. Hans Rohlof, Psychiater aus Leiden in den Niederlanden, berichtete aus seiner Arbeit mit schwerst traumatisierten Flüchtlingen.

In fünf Workshops diskutierten die Teilnehmer mit Experten. Vor allem die kulturellen Unterschiede und die Möglichkeiten, die Sprachbarriere zu überwinden, wurden thematisiert. Im Schlussvortrag berichtete Professorin Christine Knaevelsrud von der Freien Universität Berlin über die Erfahrungen mit onlinegestützten Therapiemöglichkeiten in den internationalen Krisengebieten.

Quelle: NGZ
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