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Heimatprimiz
Greiwe kehrt als Herr Quirinus nach Neuss zurück

Neuss. Geballte Präsenz kirchlicher Würdenträger begleiten den Neupriester am Altar: Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, Domdechant Robert Kleine, Kreisdechant Guido Assmann. Sie stehen für sein neues, geistliches Leben. Wegbegleiter aus seinem ersten Leben füllen derweil die Kirche, darunter viele Repräsentanten der weltlichen Macht: Bürgermeister Reiner Breuer, sein Vorgänger Herbert Napp, Minister Hermann Gröhe, Staatssekretär Günter Krings und Ansgar Heveling, der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags.

Mit ihnen allen ist der Primiziant ein Stück Weg gegangen: Breuer ist sein Klassenkamerad, für Napp hat er Reden geschrieben, Gröhe war sein Parteifreund, das Büro des Bundestagsabgeordneten Krings hat er geleitet, mit Heveling ist er in einem Schützenzug marschiert. Die Gäste und der Platz, den sie in der Kirche einnehmen, dokumentieren anschaulich die Tragweite der Entscheidung, die der Spätberufene getroffen und vollzogen hat. Als Carsten Greiwe war er vor zehn Jahren nach Österreich aufgebrochen, um in den Orden der Augustiner Chorherren einzutreten.

Als Herr Quirinus kehrte er jetzt zurück. In der voll besetzten Marienkirche feierte er gestern seine Heimatprimiz. Domdechant Kleine entließ ihn am Ende seiner Predigt in den Alltag: "Diene dem Herrn mit Freude, denn Du bist bestellt, den Menschen zu dienen." Ein Empfang im Marienhaus schloss sich an. Greiwe ist das 44. Pfarrkind von St. Marien, das seiner Berufung zum Priester folgt. Daran erinnerte in seiner Begrüßung für den Pfarrgemeinderat Thomas Kaumanns.

Pastor Wilfried Korfmacher gestand, er fühle sich wie ein "Brautvater". Zuvor, bei seinem Dankeswort in der Kirche, hatte ihn Greiwe als einen von drei Menschen namentlich genannt, die ihn auf den Weg zum Priester geprägt hatten. Neben Korfmacher noch die Großmutter und sein "väterlicher Freund" Engelbert Werhahn. Als Greiwe aufbrach, Priester und Ordensmann zu werden, ließ er ein geordnetes Leben hinter sich. In seiner Heimatstadt Neuss war er als Ratsherr, Sitzungspräsident beim Nüsser Ovend und Vizepräsident der Frings-Gesellschaft eine gesellschaftliche Größe; er hatte nach seinem Volontariat bei der NGZ als Journalist gearbeitet, ebenso als Büroleiter in der Politik.

Sein neuer Lebensmittelpunkt ist Österreich. Dort ist Herr Quirinus im Stift Herzogenburg zu Hause, dort arbeitet er als Priester. Neuss bleibt ein Ziel im Urlaub, die Heimatstadt, durch die Herr Quirinus schlicht als "der Carsten" flaniert. Ludger Baten

Quelle: NGZ
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