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Nachruf
Heinz Waider: Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung

Neuss. Krieg, Gefangenschaft und Zwangsarbeit in Ägypten - all das hatte Heinz Waider schon erlebt, bevor er 20 Jahre alt geworden war. Diese Erfahrung ließ ihn nicht mehr los. Der gebürtige Fuldaer blieb zeitlebens ein Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung. Waider starb Anfang der Woche im Alter von 89 Jahren in Neuss, doch sein Werk soll fortbestehen - in der "Dr. H.G. Waider-Stiftung für Völkerverständigung und Frieden". Diese Stiftung, die der Unternehmer 1988 in seiner Wahlheimat gründete, hat zwei Säulen.

Einerseits finanziert sie den "Winfriedpreis" der Stadt Fulda, der 2001 erstmals vergeben wurde. Mit Bundesministerin a.D. Annette Schavan (2007), Bischof Peter Marzinkowski (2009)und Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth (2015) ging er seitdem gleich an drei Preisträger aus Neuss. Im Sinne des Stifters setzte Süssmuth das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ein, um in Neuss den Jugendmigrationsdienst und die Arbeit der Integrationslotsen zu unterstützen.

Zudem wollte Waider mit der Stiftung den internationalen Jugendaustausch fördern. Viele Schüler, aber auch Studenten aus bedürftigen oder kinderreichen Familien in Stadt und Rhein-Kreis konnten seitdem mit Hilfe der Stiftung an Auslandsfahrten teilnehmen. Manchmal wurde auch ganzen Klassen geholfen, berichtet Ulrich Schwarz vom Kuratoriumsvorstand. Er erlebte den Stifter und vierfachen Vater, der bis zuletzt sein Werk begleitete und dessen Kapital immer wieder aufstockte, als korrekt, bescheiden und großzügig.

Waider, der 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, war Chemiker und Geschäftsmann. 1973 gründete er eine eigene Firma, die er 1988 veräußerte und mit einem Teil des Erlöses die Stiftung etablierte. Waider wird heute in Neuss beigesetzt. -nau

Quelle: NGZ
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