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Heinz Rölleke
Märchenforscher feiert morgen 80. Geburtstag

Neuss. Professor Heinz Rölleke ist bundesweit als Märchenforscher Nummer eins bekannt. Seit rund 50 Jahren lebt er in Hoisten, wo er morgen das 80. Lebensjahr vollendet. Der gebürtige Düsseldorfer absolvierte nach der Schule zunächst eine kaufmännische Lehre und war danach drei Jahre bei einem Zeitungsverlag tätig. In dieser Zeit hat er das Neusser Abendgymnasium besucht und sein Abitur gemacht.

Seine Liebe zur Literatur hegt der renommierte Forscher seit der Studienzeit. Germanistik, Geschichte und Philosophie hat er in Köln und Zürich studiert und promoviert. 1974 wurde er von der Bergischen Universität Wuppertal als Professor für Deutsche Philologie einschließlich Volkskunde berufen und blieb dort bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2002. In seiner aktiven Laufbahn hielt er mehr als 90 Gastvorträge in der ganzen Welt, schrieb über 70 Bücher - natürlich überwiegend zu Märchen und Sagen - und hat mehr als 400 Aufsätze aus dem Gesamtbereich der deutschen Literaturgeschichte und der literarischen Volkskunde verfasst.

In Deutschland ist Rölleke auch als "Märchenpapst" bekannt - was ihm aber gar nicht recht ist. Denn als sein Forschungsgebiet sieht er nicht nur Märchen, sondern die ganze Literatur der Romantik an. Sein Fachgebiet sind gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm. Über ihre Arbeit hat der Literatur-Professor mehrere grundlegende, historisch-kritische Ausgaben erarbeitet.

Für seine Verdienste um die deutsche Literaturgeschichte erhielt er eine Vielzahl an Auszeichnungen, 2004 auch das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Am morgigen Sonntag feiert der Grimm-Forscher Geburtstag. Die Feier geht aber schon heute los. "Wir haben einen großen Empfang im Kloster Langwaden mit vielen Gästen. Da wird auch einiges an Kunst ausgestellt sein", freut sich der Germanist. Seine ehemalige Universität in Wuppertal schickt beste Wünsche zum Geburtstag. "Professor Rölleke gehört zu den Bekanntesten unserer Universität. Seit langem ist er ein wissenschaftliches Aushängeschild", sagt Rektor Professor Lambert Koch, der im Namen aller Universitäts-Angehörigen gratuliert.

Das Alter ist für Rölleke kein Grund, mit seinem Beruf aufzuhören. Im Gegenteil: "Pro Jahr halte ich immer noch rund 50 Vorträge. Es kommen so viele Anfragen, dass ich schon gar nicht mehr hinterherkomme." Sein Plan ist es, weiterzumachen. "Solange wie ich es noch kann, möchte ich die Arbeit fortführen", sagt Rölleke. Einschränkend fügt er hinzu: "Außer, es macht irgendwann keinen Spaß mehr." Aber danach sehe es nicht aus. SE

Quelle: NGZ
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