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Familie&co
Rettungssanitäter als Geburtshelfer

Dormagen. Morgens um 5 Uhr hellwach und hochkonzentriert zu sein, ist für die meisten Menschen eine Herausforderung. Den beiden Rettungssanitätern der Feuerwehr, die in der vergangenen Woche zu dieser Zeit aus der Wache Nievenheim zu einem Einsatz im selben Ortsteil gerufen wurden, blieb indes gar nichts Anderes übrig. Zwar hatten sie bei der Alarmierung den Hinweis auf einen gynäkologischen Notfall bei einer hochschwangeren Frau ("geplatzte Fruchtblase") erhalten, doch dass sie beim Eintreffen am Einsatzort als Geburtshelfer gefordert waren, damit hatten sie womöglich trotzdem nicht gerechnet. Genauso aber war es. "Als die Kollegen ankamen, war die Geburt schon im Gange", erzählte Hauptbrandmeister Mario Heitbrink von der Dormagener Berufsfeuerwehr, der selbst nicht an dem Einsatz beteiligt war. Die Helfer unterstützten die Mutter, und dann ging alles ganz schnell: Um 5.08 Uhr kam ein kleiner Junge zur Welt, den der stolze Vater gleich selber abnabeln durfte. Der ebenfalls alarmierte Notarzt, der kurz nach den Rettungssanitätern ankam, brauchte nicht mehr einzugreifen. "Allerdings haben wir das Notarztteam mit dem Baby-Notarztwagen hinzugerufen, das am Neusser Lukaskrankenhaus stationiert ist", berichtete Mario Heitbrink. Der Krankenhausaufenthalt diente der Geburtsnachfolge; inzwischen sind Mutter und Kind längst wieder zu Hause.

Die Feuerwehr Dormagen berichtete über den Einsatz auf ihrer Seite beim sozialen Medium Facebook. ,"Herzlichen Glückwunsch den glücklichen Eltern und alles Gute dem neugeborenen Dormagener Jung", wünscht die Feuerwehr Dormagen', hieß es dort. Ähnliche Einsätze kämen zwar immer mal wieder vor, insgesamt seien sie in Dormagen aber trotzdem selten und eine Ausnahmesituation, meint Mario Heitbrink: "Das gibt es hier vielleicht im Durchschnitt einmal pro Jahr." Bei dem vielen Leid, das die Helfer oft miterleben müssten, sei eine gut verlaufene Geburt bei einem Einsatz aber stets auch für die Sanitäter ein freudiges Ereignis.

(ssc)
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