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Neuss
Urlaubsgefühle aus dem Clemens-Sels-Museum

Neuss: Urlaubsgefühle aus dem Clemens-Sels-Museum
Der Graffiti-Künstler Oldhaus hat das Titelbild für die Eis-Ausstellung im Clemens-Sels-Museum gestaltet. Für den Sprayer ist das auch ein kleine Hommage an die eigene Herkunft: Die eine Hälfte der Eltern von Alessandro Althaus stammt aus Italien. FOTO: CSM
Neuss. Ein bisschen Süden kann nicht schaden. Wer ihn nicht als Urlaub eben dort genießt, macht einen Abstecher ins Neusser Clemens-Sels Museum. Mit der Ausstellung "Gelato! Italienische Eismacher am Niederrhein" weckt das Haus nicht nur die Lust auf die kalte Köstlichkeit, sondern auch die Illusion von Sonne und milden Temperaturen. Zumindest vordergründig.

Denn die Schau ist mehr als nur ein (Urlaubs-)Gefühl. Sie vermittelt höchst anschaulich den Weg, den vor allem die männlichen Italiener aus den Dolomiten in den Norden nahmen - in der Hoffnung, der fast grenzenlosen Armut in dieser Bergregion (die heute zu den angesagten Hot Spots des Tourismus gehört) zu entkommen. Anfangs waren sie fahrende Verkäufer, boten vor allem Früchte an, bis sich die Eismacher über Österreich auch in Deutschland etablierten. "Den ältesten Beleg von Eismachern in unserer Region gibt es aus Mönchengladbach", sagt Kurator Carl Pause, "er stammt von 1893." In Neuss wurde 1937 die erste Eisdiele eröffnet.

Geschichte und Geschichten rund um die Eismacher aus Italien sind im Museum so ansprechend aufbereitet (mit Hilfe der Künstlerin Charlotte Kons), dass der Besuch allein sich schon lohnt. Vom Handwerkszeug der Eismacher über Zutaten bis hin zu einer nachgebautem Eiscafé - es ist alles da.

Aber das Museum geht mit einem umfangreichen Beiprogramm auch die Seitenwege ab. Ausgehend vom italienischen Epresso, wird heute um 18 Uhr ein Kaffeeseminar angeboten, bei dem es ums "Sehen, Schmecken, Riechen" in der Caffédrale von Bazzari (Hansastraße 14b) geht. Treffpunkt ist eben dort, aber die Karte (15 Euro) dafür muss bis 17 Uhr im Museum am Obertor abgeholt werden. Ebenfalls heute, aber um 15.30 Uhr erzählt Kurator Carl Pause in einer Führung unter dem Motto "Noch Fragen?" vom Aufbau der Ausstellung, inklusive Überraschungen und Schwierigkeiten. Und am kommenden Sonntag gibt es eine "normale" Führung durch die Schau (11.30 Uhr).

Wer was über Eis erzählt, muss Kinder im Blick haben. Die werden vermutlich schnurstracks vom Museum aus die nächste Eisdiele ansteuern - nachdem sie in der Ausstellung eine "Bunte Bergwelt in Tape Art" gebaut haben. Steile Felswände und schneebedeckte Gipfel waren schließlich einst die Heimat der Eismacher. Der Workshop für Kinder ab sechs Jahren dauert 90 Minuten, beginnt um 11.30 Uhr und kostet pro Kind sieben Euro inklusive Material (Infos www.clemens-sels-museum.de). Helga Bittner

Quelle: NGZ
 
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