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Wechsel An Der Verwaltungsspitze
Verabschiedung von Bürgermeister Moormann

Neuss. Für viele Kaarster ist es "der" Gänsehaut-Moment des Jahres: Das Tambourkorps Quirinusklänge Neuss unter der Leitung von Major Peter Busch und die Bundesschützenkapelle Neuss unter der Leitung von Martin Lorenz spielen den Großen Zapfenstreich zu Ehren von Franz-Josef Moormann auf dem Rathausvorplatz.

Die musikalische Zeremonie ist ein Abschiedsgeschenk der fünf Kaarster Schützenbruderschaften. Drei Musikstücke darf sich der scheidende Verwaltungschef wünschen. Der große Kurfürsten Reitermarsch, Walzer Nummer zwei von Dmitri Shostakovich und Viva la Vida von der Band Coldplay werden es. Die Nummer zwei, verrät Moormann noch vor dem offiziellen Empfang in der Rathaus-Galerie, habe er in Reminiszenz an seine Frau ausgesucht. "Weil wir beide gerne tanzen und als Kontrapunkt gegen den Alleingang. Man muss im Leben nämlich auch mal Walzer drehen."

Hunderte Kaarster und zahlreiche Ehrengäste, darunter der Präsident des Städte- und Gemeindebunds Eckhard Ruthemeyer, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling, Landtagsabgeordneter Lutz Lienenkämper und Bürgermeister Sebastien Leprêtre aus Kaarsts Partnerstadt La Madeleine, sagen Franz-Josef Moormann am Abend des 19. Oktober nach 16 Jahren Amtszeit "Danke und auf Wiedersehen!".

Der letzte Arbeitstag beginnt für den Verwaltungschef mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Martinus.

Das Büro in der vierten Etage des Rathauses hat er da bereits für seine Nachfolgerin Ulrike Nienhaus geräumt.

Am 21. Oktober übernimmt erstmals in der Geschichte der Stadt eine Frau das Ruder in der Stadtverwaltung. Mit einem Vorsprung von knapp neun Prozent und 54,3 Prozent der Stimmen hat die CDU-Kandidatin am 13. September die Wahl um die Nachfolge Moormanns für sich entschieden. Bei der Bezirksregierung Düsseldorf leitete die promovierte Geologin bis dahin eine von fünf Abteilungen direkt "unter" der Regierungspräsidentin. Viel Zeit zum behutsamen Rantasten an die neuen Aufgaben gibt es allerdings nicht. Die Flüchtlingskrise hält die Verwaltungsmitarbeiter in Atem - und das gilt auch für die Chefin. Noch im Oktober besucht Nienhaus alle Flüchtlingsunterkünfte und spricht mit den Menschen, die sich vor Ort engagieren. "Das fest verwurzelte Ehrenamt ist ein absoluter Pluspunkt für Kaarst, da sind wir als Stadt klar im Vorteil", betont sie. So sieht das auch ihr Vorgänger: "Wir müssen alle Menschen begrüßen, die hier zu uns nach Kaarst kommen. Wir müssen offen sein für die Situation, entdecken, was richtig und was möglich ist. Und wir müssen auf die Menschen hören, mit Empathie reagieren, differenzieren und vor allem menschlich sein", sagt Moormann zum Abschied.

Quelle: NGZ
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