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Kommentar
Ungeliebte Kritik

Meinung | Rhein-Kreis. Auf den ersten Blick macht die fast gescheiterte Wahl von Andreas Behncke zum stellvertretenden SPD-Vorsitzenden stutzig.

Wenn der Parteitag einstimmig eine Satzungsänderung für mehr Mitbestimmung der Basis bei der Auswahl von Spitzenkandidaten verabschiedet, kann der Dormagener mit seiner Kritik an der SPD-Strategie für die Landratswahl so falsch doch nicht gelegen haben, oder?

Die Satzungsänderung allerdings bezieht sich nur auf die Frage der Mitbestimmung der Basis und nicht darauf, dass die SPD "eigene" Kandidaten aufstellen soll. Behncke hätte aber Letzteres lieber gesehen – und hat, im Gegensatz zu anderen, die ähnlich dachten, mit dieser Meinung auch nicht hinterm Berg gehalten. In Kombination mit eigenem Interesse an der Kandidatur kam das nicht gut an. Meuterei statt solidarisch "Seit' an Seit'" in den Wahlkampf zu ziehen, das strapazierte die sozialdemokratische Seele. Das mehr als knappe Wahlergebnis war die Quittung. Behncke hat um einen Vertrauensvorschuss gebeten – bekommen hat er ihn nicht. Jetzt muss er sich das Vertrauen erarbeiten.

frank.kirschstein@ngz-online.de

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