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Rhein-Kreis Neuss
Viel Applaus für Weihnachtskantaten in Knechtsteden

Rhein-Kreis Neuss. Beim Konzert von Neusser Münsterchor und Rheinischem Oratorienorchester war die Basilika voll besetzt. Von Heide Oehmen

Nach der Flut der Festtage an einem frühen Samstagabend ein nachweihnachtliches Konzert anzubieten, scheint eine empfehlenswerte Strategie zu sein. Die weitläufige Basilika Knechtsteden war bis zur letzten Bank gefüllt, als Joachim Neugart den Taktstock zur Kantate "Gelobet seist du, Jesu Christ" BWV 91 von Johann Sebastian Bach hob. Der Kantor am Neusser Quirinusmünster hatte mit seinem Münsterchor neben dieser Bach-Kantate die vierte Kantate des Bach'schen "Weihnachtsoratoriums" und die "Nelson-Messe" von Joseph Haydn vorbereitet.

Die gut 40 Damen und Herren des Chores - von ihrem Leiter immer wieder freundlich und aufmunternd animiert - beeindruckten mit einer überlegt strukturierten, facettenreichen und von klaren Akzenten getragenen Leistung. Man denke nur an die glasklaren Sopranhöhen im "Benedictus" der Messe oder an den federleicht wirkenden Eingangschor der vierten Weihnachtsoratoriums-Kantate "Fallt mit Danken".

Mit dem "Rheinischen Oratorienorchester", 1994 von ehemaligen Studenten der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf gegründet, hatte Neugart gleichgesinnte Musiker zur Verfügung, die - obwohl auf modernen Instrumenten spielend - sich hörbar an den Erkenntnissen historischer Aufführungspraxis orientieren und den Intentionen des Dirigenten willig und kompetent folgten.

Was wäre ein solches Konzert ohne adäquate Solisten?! Angela Froemer bestach mit ihrem wohlig runden, dunkel getönten Mezzo und ihrer Gabe, so eindringlich wie unaufdringlich zu gestalten. Schade, dass ihr an diesem Abend keine umfangreicheren Soli zugedacht waren. Cezar Dima machte sein Meisterstück mit der glänzend gelungenen, von allen Tenören ob ihrer unendlichen Koloraturen gefürchteten Weihnachtsoratoriums-Arie "Ich will nur dir zu Ehren leben". Zwei leider ungenannte Geigerinnen sekundierten ihm optimal und gingen punktgenau sein strammes Tempo mit. Achim Hoffmann setzte seinen volumenreichen Bass vor allem im "Qui tollis" (Gloria -"Nelson -Messe") überlegt und mit Wohlklang ein.

Elisa Rabanus oblag die solistische Hauptlast. Ihr knabenhafter, ruhig geführter, bestens durchgebildeter Sopran ist für Barockmusik wie geschaffen. Höhepunkt ihrer Leistungen war die "Echoarie - Flößt mein Heiland" aus dem Weihnachtsoratorium, bei dem ein zuverlässiges Echo einer Chorsopranistin und vor allem eine ebenfalls nicht namentlich aufgeführte, exzellente Oboistin ihre Partner waren. Für die Musik Haydns wäre allerdings - namentlich beim "Et incarnatus" und im "Benedictus" - eine mehr lyrisch timbrierte, rundere Stimme vorteilhafter gewesen.

Das Publikum war am Schluss des Konzertes in der Basilika spürbar begeistert und dankte mit anhaltendem Applaus.

Quelle: NGZ
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