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Rhein-Kreis Neuss
Vom Flüchtling zur Fachkraft

Rhein-Kreis Neuss. Arbeitsagentur und IHK wollen Asylsuchende schneller in Arbeit bringen. Von Jan Schnettler

Es ist eine ganz neue Erfahrung, die die Flüchtlinge machen, wenn sie zum gemeinsamen "Integration Point" von Arbeitsagentur, Jobcenter, Rhein-Kreis und Stadt Mönchengladbach kommen. Deswegen steht es auch in drei Sprachen auf Plakaten an der Wand: Die Leistungen, die sie dort erhalten, sind kostenfrei. Und doch fallen - entgegen gängiger Vorurteile - dadurch für hiesige Arbeitslose keine Chancen weg. "Es sind zusätzliche Stellen, zusätzliches Geld, zusätzliche Maßnahmen, die wir hier einsetzen", betont Angela Schoofs, Chefin der Arbeitsagentur.

Damit der Wunsch von neuen zusätzlichen Stellen Realität wird, gibt es eine neue Partnerschaft von Arbeitsagentur und IHK Mittlerer Niederrhein. Die neue Kooperation soll dafür sorgen, dass Arbeitgeber und Arbeitssuchende in Zukunft noch besser zusammenfinden und dass durch ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung ein duales Ausbildungs- oder ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis entstehen kann. Die Mitarbeiter des "Integration Points", der zentralen Anlaufstelle für geflüchtete Menschen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, arbeiten deshalb künftig engmaschig mit den Willkommenslotsen der IHK zusammen.

Bisher gab es auf der einen Seite Arbeitgeber, die der Kammer signalisierten, dass sie Flüchtlinge anstellen wollen - und auf der anderen Seite arbeitswillige Flüchtlinge, für die oftmals der passende Einsatz auf dem Arbeitsmarkt fehlte. "Insofern ist das auch ein kleiner Beitrag zur Fachkräftesicherung", sagt IHK-Geschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke.

Wobei beide Seiten betonen: Wegen der geringen Vergleichbarkeit in- und ausländischer Ausbildungssysteme sowie der Sprachbarriere, handele es sich bei den Flüchtlingen in den seltensten Fällen um sofort einsetzbare Facharbeiter. "Aber um Fachkräfte für morgen und übermorgen", sagt Schoofs. 1900 Arbeitssuchende werden aktuell in den drei "Integration Points" in Neuss, Grevenbroich und Mönchengladbach betreut, davon mehr als 800 in Neuss, 420 in Grevenbroich und 590 in Mönchengladbach. Zusätzlich gab es rund 6000 aufsuchende Erstkontakte in Flüchtlingsunterkünften.

Quelle: NGZ
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