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Rhein-Kreis Neuss
Warum sich Unternehmen gegen Datenklau schützen müssen

Rhein-Kreis Neuss: Warum sich Unternehmen gegen Datenklau schützen müssen
Blogger Richard Gutjahr warnt Unternehmen in der Region. FOTO: IHK
Rhein-Kreis Neuss. 90 Prozent aller erfolgreichen Angriffe auf IT-Systeme in Deutschland hätten abgewiesen werden können, wenn die Opfer die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen hätten. Der jährliche Schaden für die deutsche Wirtschaft durch Cyberkriminalität und Datenklau wird vom Branchenverband Bitkom auf 51 Milliarden Euro beziffert.

Wieso viele Unternehmen so fahrlässig mit ihren Daten umgehen und wie sie sich vor digitalen Attacken besser schützen können, darum ging es beim IT-Sicherheitstag der IHK im Mönchengladbacher Hugo-Junkers-Hangar. "Hackerangriffe auf Industrieanlagen und millionenfacher Identitätsdiebstahl machen deutlich: Die IT-Sicherheit gehört ganz oben auf die Unternehmensagenda", sagte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, zur Begrüßung der 350 Teilnehmer.

Der IT-Sicherheitstag NRW bot vor allem mittelständischen Unternehmen die Gelegenheit, den eigenen Stand der IT-Sicherheit zu bewerten. In drei Foren informierten sich die Teilnehmer beispielsweise über die Frage, wie Smartphones oder Tablets im Betriebsalltag eingesetzt und abgesichert werden können. Ebenfalls wurde die Frage behandelt, welche neuen rechtlichen Aspekte zu beachten sind und wie man frühzeitig digitale Angriffe erkennen kann.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, erklärte der Blogger und IT-Fachjournalist Richard Gutjahr: "Daten sind das Öl des digitalen Zeitalters. Doch die Leitungen sind marode, notdürftig geflickt und werden ständig attackiert - von Hackern, Kriminellen und Geheimdiensten." Vier von fünf Deutschen trauten dem Datenschutz nicht. Dennoch würden sich die wenigsten darum kümmern. Die drei dümmsten Passwörter seien immer noch weit verbreitet: "123456", "qwertz" (Buchstabenfolge der PC-Tastatur) und "passwort".

Mit den Unternehmen ging er nicht weniger hart ins Gericht: "Die Wirtschaft könnte die Speerspitze einer Bewegung für besseren Datenschutz sein." Doch davon sei nichts zu sehen. Vom Staat forderte Gutjahr eine "Datenwende": "Die technologische Stärke Deutschlands wird uns nichts nützen, wenn wir uns im Internet abhängen lassen."

Welchen Bedrohungen Bürger und Betriebe im Internet ausgesetzt sind, umriss in der anschließenden Diskussion Harald Niggemann vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: "Es geht um Informationsdiebstahl und um Erpressung, mit Cyberangriffen wollen sich die Täter bereichern oder Macht über jemanden bekommen." Michael Littger vom Verein "Deutschland sicher im Netz" bemängelte: "Auch in vielen mittelständischen Unternehmen ist die Erkenntnis nicht weit verbreitet, dass es wichtig ist, sich um IT-Sicherheit zu kümmern."

Quelle: NGZ
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