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Rhein-Kreis Neuss
Werhahns "Bank 11" wächst zweistellig

Rhein-Kreis Neuss. Vor fünf Jahren betrat der Autofinanzierer mit Sitz in Neuss den Markt. Heute erwirtschaftet er mit 200 Mitarbeitern eine Bilanzsumme von 1,5 Milliarden Euro. Das Finanzhaus expandiert und bleibt hoch profitabel. Eine Erfolgsgeschichte. Von Ludger Baten

Die Werhahn-Gruppe, vor 175 Jahren in Neuss gegründet, schafft auch heute noch mit operativem Geschäft in ihrer Heimatstadt Arbeitsplätze, verdient dort gutes Geld und zahlt Gewerbesteuer. Hinter dieser Erfolgsgeschichte steht die Bank 11, die nach ihrem Markteintritt vor genau fünf Jahren bereits schnell die Gewinnzone erreichte und auch für das neue Jahr ihre Kreditbestände noch einmal um 20 Prozent anwachsen lassen will. Das Januar-Geschäft sei vielversprechend, sagt Geschäftsführer Andreas Finkenberg: "Wir sind in Deutschland noch lange nicht fertig." Frühestens in drei Jahren werde das Kreditinstitut eine Expansion im Ausland in Betracht ziehen. "Die Bank 11 ist ein Projekt für die nächsten 20 Jahre", sagt Finkenberg.

Die junge Bank 11, ein online-basierter Autofinanzierer, ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Neusser Werhahn-Gruppe mit Hauptsitz an der Königsstraße in der Innenstadt. Die Bank 11 hat an der Hammer Landstraße im Hammfeld ihren Standort gefunden; auf zwei Etagen erwirtschaften 200 Mitarbeiter eine Bilanzsumme von 1,5 Milliarden Euro. Im soeben begonnenen Jahr werden 20 weitere "junge Talente" eingestellt: "Wir bieten gute Aussichten für Young Professionals, wir bilden - auch als duales Studium - aus und übernehmen fast alle unsere Auszubildenden."

Dass sich die Werhahn-Gruppe vor mehr als fünf Jahren für den Standort Neuss entschieden habe, erweise sich heute, so Finkenberg, als Glücksfall. Die kurze Anbindung an City und Autobahn sei ein Gewinn, das nahe Rheinparkcenter und das Möbelhaus Höffner ebenso, und der enger werdende Arbeitsmarkt bringe für den Standort Neuss noch immer ein zufriedenstellendes Angebot hervor: "Wir würden heute wieder dorthin gehen; wieder in das selbe Gebäude", sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Motivierte Mitarbeiter, wachsendes Geschäft und innovative Produkte führen unter dem Strich zu überzeugenden Zahlen. "Wir verdienen seit dem Sommer 2014 jeden Monat Geld", sagt Andreas Finkenberg, "unsere Profitabilität liegt auf Vorjahresniveau." Damals betrug der Gewinn nach Angaben der Bank 11 bereits 6,2 Millionen Euro.

Im Vorjahr zahlte der Autofinanzierer rund 90.000 Kredite aus; darunter 7000, die eine Reparatur möglich machten (EvoRepair). Mit denen verdiene die Bank 11 zwar aktuell noch kein Geld, aber mit diesem Produkt, so glaubt Finkenberg, würden Kunden gebunden beziehungsweise gewonnen. Die direkt gewährten EvoRepair-Kredite sind bei einer Obergrenze von 4000 Euro gedeckelt; die ersten zwei Jahre sind zinsfrei. Anschließend erhebt die Bank 11 einen Zinssatz von 8,99 Prozent. "Viele Kunden nutzen unser Angebot als zweiten Dispokredit", sagt Finkenberg - ihm ist das offenkundig recht. Nur ein zufriedener Kunde sei ein guter Kunde.

Zielgruppe der Bank 11 sind vor allem die Autohändler; mehr als 7000 zählen bundesweit nun zum Partnerstamm. Monatlich kommen 100 neu hinzu. Oftmals ist beim Autokauf eine Vorfinanzierung erforderlich. An dieser Sollbruchstelle bietet die Neusser Bank eine unkomplizierte Zwischenfinanzierung für Autohändler an. Das Ganze funktioniert sogar bequem und übersichtlich mittels einer eigens entwickelten App (EvoCashCall).

Einlagen generiert die Bank 11 ausschließlich übers Internet. Vielgefragt ist das Sparbriefkonto TotalFlex-33. Es ist bei einer Kündigungsfrist von 33 Tagen jederzeit kündbar; dennoch zahlt die Bank 1,11 Prozent Zinsen. Finkenberg: "Wir behandeln Bestandskunden nicht schlechter als Neukunden."

Quelle: NGZ
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