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Rhein-Kreis Neuss
Zehn Arbeiten von Norbert Prangenberg gehen nach Krefeld

Rhein-Kreis Neuss. Das Werk des 2012 verstorbenen Künstlers Norbert Prangenberg aus Rommerskirchen ist weit über Deutschland hinaus bekannt. Ein Kölner Sammler überlässt dem Krefelder Kaiser-Wilhlem-Museum nun zehn wichtige Arbeiten.

Norbert Prangenberg (1949-2012) war ein treuer Mensch. Seiner Heimat, dem Rheinland, blieb er innig verbunden - auch als er bereits als Künstler weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt war und eine Professur für Keramik ihn an die Akademie München verpflichtete.

Der gebürtige Rommerskirchener, der zunächst sein Atelier in Vanikum hatte, fühlte sich zu Krefeld hingezogen: Dort war er kurz nach seiner Teilnahme an der Documenta 7 einer der ersten Mies-van-der-Rohe-Stipendiaten (1984), hatte dort seine erste Museumsausstellung. Später, 2005, zeigte er seine Zeichnungen im Kaiser-Wilhelm-Museum. 2012 ist Prangenberg zum Sterben nach Krefeld gekommen, seine letzten Tage verbrachte er im Hospiz, beerdigt ist er allerdings in Rommerskirchen.

Niels Dietrich, der Prangenbergs künstlerische Arbeit über Jahrzehnte begleitet hat, hat den Krefeldern den ersten Zugriff gewährt: Museumsleiter Martin Hentschel durfte zehn Arbeiten aus Dietrichs umfassender Sammlung auswählen. Prangenberg war der erste Künstler, der in Dietrichs Keramikwerkstatt seine Arbeiten gebrannt hat. Heute arbeitet Dietrich mit Thomas Schütte, Richard Deacon und Rosemarie Trockel.

"Wir sind auf einen Schlag richtig reich geworden. Nicht finanziell, aber wir haben Arbeiten erhalten, die auf dem Kunstmarkt nirgends mehr zu bekommen sind", sagt Hentschel. Er hat sieben Gemälde und drei Skulpturen ausgewählt, die möglichst viele Facetten des Künstlers zeigen. "Es kam nicht darauf an, dass die Werke zusammenpassen", sagt er.

Das Museum besitzt bereits 25 Prangenberg-Arbeiten, darunter viele Zeichnungen, und könnte jetzt aus dem Bestand heraus eine Prangenberg-Ausstellung von den frühesten Arbeiten bis zum Spätwerk stemmen. Im wiedereröffneten KWM sollen die Neuerwerbungen zu sehen sein. Eine große, liegende Skulptur, die mit ihren Luft- und Sichtlöchern eine ideale Tonne für Diogenes hätte sein können, wird vielleicht schon bald im Garten der Häuser Lange und Esters ihren Platz finden.

Vor fast genau einem Jahr hatte es im Rhein-Kreis die erste umfassende Ausstellung mit Werken Prangenbergs gegeben. Damals hatten sich das Kulturzentrum Sinsteden und das Museum Villa Erckens zusammengeschlossen und 66 seiner Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers, im Verbund mit den Kindern von Norbert Prangenberg und dessen Nachlassverwalter Rainer Schmitz-Jüssen von Gut Hermeshof ausgesucht und an beiden Standorten gezeigt.

Für seine Objekte und Bilder bediente Prangenberg sich einfacher geometrischer Formen, die auf Ordnungsgefüge verweisen, wie sie in der mittelalterlichen Buchkunst auftauchen.

Der Sammler Niels Dietrich hat die zehn Werke Krefeld als Zustiftung an die Ebers-Stiftung übereignet: Sie überlässt sie den Kunstmuseen als Leihgabe. Damit besitzt Krefeld nun einen repräsentativen Querschnitt durch Prangenbergs Oeuvre ab 1974 - als die frühesten Arbeiten noch Titel trugen.

(ped/hbm)
 
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