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Rheinberg
10 Jahre Strom vom Stadthausdach

Rheinberg. Die Nutzung der Sonnenenergie lohnt sich: 33.400 Kilogramm CO2 eingespart.

Heute findet man sie schon recht häufig, wenn auch nur auf jedem zehnten Gebäude in Rheinberg - Solaranlagen zur Gewinnung von Wärme für Warmwasser und Heizungsunterstützung, sowie Solarstromanlagen (PV/Photovoltaik). In Rheinberg gibt es aktuell (Stand 31.12. 2015) etwa 537 dieser PV-Anlagen (mit 9.519 kWp Leistung) und mit 415 Stück etwas weniger solarthermische Anlagen mit einer Kollektorfläche von zusammen etwa 3.405 Quadratmetern. Für Laien: kWp steht für (Kilo)Watt Peak. Und das ist eine Recheneinheit für die elektrische Leistung von Solarzellen.

Im Jahr 2006 sah das noch ganz anders aus: Da gab es erst 36 PV-Anlagen (mit 650 kWp) und 40 Solarthermieanlagen mit zusammen etwa 1.379 Quadratmeter Fläche. Damals war der Klima-Tisch gerade aus der Taufe gehoben worden, und die Mitglieder hatten sich zum Ziel gesetzt, eine öffentlichkeitswirksame PV-Musteranlage zu errichten - als Zeichen. Die Wahl fiel auf das Dach des Stadthauses. Allerdings durfte die Anlage aus Denkmalschutzgründen von der Straße aus nicht zu sehen sein.

Zum 30-jährigen Bestehen des Stadthauses im Jahr 2006 - also vor zehn Jahren - wurde dann die 5,4- kWp-Anlage (27 Module) auf dem Stadthausdach vom Klima-Tisch und dem damaligen Bürgermeister in Betrieb gesetzt. Seitdem arbeitet die PV-Anlage ohne Probleme ununterbrochen. Sie hat bisher 48.400 Kilowattstunden Strom produziert und dadurch 33.400 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) eingespart.

Die jährliche Stromproduktion durch die Sonne schwankt. Es gab zum Beispiel zwei recht "schlechte" Sonnenjahre (2013 und 2014 mit je etwa 4.500 kWh), ansonsten liegt die Stromproduktion zwischen 4800 und 5000 kWh im Jahr. Allerdings versagte das Finanzamt mit der Anerkennung als gemeinnütziger Verein dem Klima-Tisch den PV-Anlagen-Betrieb, so dass die Anlage seit etwa 2009 in privatem Besitz ist.

Anders als bis zum Jahr 2013, als der gewonnene Strom aus den bis dahin installierten Anlagen meistens vollständig ins Netz eingespeist worden ist, erfolgt heute sinnvollerweise weitgehende Eigenstromnutzung. Durch neue Speichertechnologie werden die Anlagen effizienter: Ein immer größerer Teil des gewonnenen Stroms - bis zu über 80 Prozent - kann inzwischen auch direkt vor Ort genutzt werden.

Durch eine bestmögliche Nutzung des Eigenverbrauchs sind die Anlagen nunmehr auch von ihrer Fläche auf den Dächern auf den optimierten Eigenverbrauch abgestimmt, einschließlich sinnvoller Batterie-Speichersysteme.

Durch die seit 2013 geänderte Förderung verlor die Photovoltaik deutlich an Zuspruch. Das lag auch daran, dass die Wirtschaftlichkeit nicht gut kommuniziert wurde. Fakt ist: Auch heute rechnet es sich, Solarstrom und solare Wärme zu produzieren, und zwar auf tausenden noch freien Gebäudedächern allein in Rheinberg. Derzeit wird das Solardachpotenzialkataster neu berechnet, so dass bald jeder Hausbesitzer wieder erkennen kann, ob und in welchem Umfang sich Investieren in Sonnenenergie lohnt.

rheinberg.publicsolar.de/app_rheinberg

Quelle: RP
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