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Rheinberg
1200 Seiten als Basis für eine Alpsrayer Chronik

Rheinberg: 1200 Seiten als Basis für eine Alpsrayer Chronik
Theo Horster mit seinen drei gebundenen Bänden. Auf dem Dachboden hat er Kisten voll mit Original-Unterlagen deponiert. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Theo Horster hat in vier Jahren eine umfangreiche Materialsammlung erstellt. Aus drei Bänden möchte er einen machen und veröffentlichen. Von Uwe Plien

"Mät prooten aleen krich me neks gedoon" steht auf dem Bild hinter Theo Horsters Arbeitsplatz in seinem Haus am Kapellenweg in Alpsray. Sinngemäß übersetzt heißt das so viel wie "Wer nur redet, kriegt nichts geschafft". Wer wüsste das besser als jener Theo Horster, den man vor allem als Fachmann für Rheinberger Platt kennt. Das Rheinberger Mundartbuch-Wörterbuch hat er verfasst, das Neue Testament auf Platt übersetzt und Totenbriefe gesammelt und dokumentiert. Was immer Horster anpackt, er macht es gewissenhaft und mit Akribie.

Da macht auch sein neuestes Werk keine Ausnahme. In den vergangenen vier Jahren hat der 79-Jährige eine Chronik des Ortsteils Alpsray geschrieben. "Genau genommen handelt es sich um eine Materialsammlung für eine Chronik", unterstreicht der Autor. "Alpsrayer Geschichten und Geschichte" hat er seine Abhandlung genannt.

Eine Fleißarbeit, ohne Zweifel: Drei gebundene Bände mit jeweils rund 400 Seiten hat Horster geschrieben. "Die nächste Aufgabe wird nun sein, den Inhalt einzuschrumpfen auf die Stärke eines Bandes, sonst lässt sich das nicht finanzieren", erklärt der gebürtige Rheinberger, der mit seiner Frau Elli seit knapp 40 Jahren in Alpsray lebt. Bis die eigentliche Chronik fertig ist, werde aber noch mindestens ein Jahr vergehen.

Theo Horster hat nicht ganz bei Adam und Eva angefangen, aber immerhin mit der letzten Eiszeit und der Herausbildung der heutigen Landschaft. Geklärt ist nun auch die Herkunft des Namens "Alpsray". "Alpsray gehörte früher zu Alpen, der Name leitet sich von ,Alpener Rodung' ab. Hier lagen landwirtschaftliche Betriebe, die für die Herren von Alpen gearbeitet haben", so Theo Horster.

Er hat kaum etwas ausgelassen und viel recherchiert. Alte Chroniken der Alpsrayer Schulen und der St.-Nepomuk-Schützenbruderschaft sowie eine kleine Alpsray-Dokumentation des 2004 verstorbenen Heimatkundlers Jupp Gormanns lieferten verwertbares Material. Horster hat zudem zahlreiche Gespräche mit "alten" Alpsrayern geführt, hat Schützen- und Schulfotos aufgetrieben und gesammelt.

Zeitungsberichte zu vielen Ereignissen sind ebenso aufgenommen wie Flurkarten von Katstellen und Wissenswertes über Alpsrayer Bauernhöfe. Alte Wegeverläufe hat er nicht ausgeklammert, auch nicht Angaben über Viehbestände oder Osterfeuerbräuche. Alpsrayer Persönlichkeiten ist ein Kapitel gewidmet, und die Bedeutung des Bergbaus nimmt großen Raum ein. Der Autor: "Die Bergschäden haben unser Leben hier im Ort stark geprägt."

Auch nette Anekdoten fanden Einzug in die drei Bände. So etwa ein Kinderfoto von Gertrud Bresser, eine geborene Wink aus Alpsray. Gertrud Bresser, inzwischen im besten Rentenalter und längst in Winterswick zu Hause, weint auf einem Foto. Begründung: Der damalige Kaplan Johannes Kohlen habe einmal ein trauriges Foto von dem ansonsten sehr lebensfrohen Mädchen haben wollen und habe ihr deshalb mehrmals einen Klaps auf den Allerwertesten gegeben. Solche Geschichten runden die Alpsrayer Chronik ab.

Quelle: RP
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