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Rheinberg
13 Kilo Honig aus der Schulimkerei

Rheinberg. Sechs Achtklässler der Rheinberger Europaschule kümmern sich um einen Bienenstock mit 80.000 Bienen. Von Nadine Baltes und Marie-Sofia Trautmann

14 Jahre und schon Imker? Ja, so etwas gibt es. Und zwar in Rheinberg an der Europaschule. Fünf Jungen der achten Jahrgangsstufe ließen sich von ihrem Freund Jonas Gelen (14) für die Idee, eine eigene Bienenzucht in der Schule aufzuziehen, begeistern. Jonas, der mit seiner Familie in Millingen lebt, hat schon im Alter von neun Jahren mit der Imkerei angefangen. Und sein Hobby wollte er seinen Mitschülern nicht vorenthalten.

Alle Schüler der siebten Klasse hatten im vergangenen Jahr den Auftrag, im Rahmen des Faches "Leben und Beruf" (LuB), ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Jonas ist im Kamp-Lintforter Bienenzuchtverein "Vierquartieren" und wurde vor zwei Jahren sogar zum jüngsten Imker am Niederrhein ernannt. Er hatte den Einfall, ein Konzept mit Bienen an der Schule zu verwirklichen.

Die anderen Jungen Malte Feltes (14), Joel Verkamp (13), Lasse Lechsner (15) und Rick Neikes (14) fühlten sich sofort angesprochen und stiegen in das Projekt mit ein. Am Anfang stand die Überlegung, wie die Schüler ihre Vision umsetzen und finanzieren können. Mit Hilfe von Spenden konnten sie sich Wachsplatten kaufen und stellten daraus Kerzen her. Diese wurden wiederum verkauft und sie erwirtschafteten über 100 Euro. Mit diesem Geld kauften sie sich die nötigen Imkerschutzanzüge.

Der Bienenstock wurde von Jonas' Eltern gesponsert und die anfangs 20.000 Bienen steuerte Udo Gerritz aus dem Bienenzuchtverein "Alpen-Rheinberg-Sonsbeck 1890" bei. Von Angst vor den Bienen fehlt jede Spur. "Sie sind überhaupt nicht aggressiv", betonen die Achtklässler. Mittlerweile, nach einem halben Jahr, können die Jungen ein starkes, gesundes Volk von ungefähr 80.000 Bienen vorweisen.

Unterstützt wurden sie nicht nur von Lehrer Markus Ludwig, sondern auch von Jonas' Mutter Gaby Gelen. Sie hilft unter anderem, den Honig zum Verkauf abzupacken. Die Ausbeute dieser Saison beträgt beachtliche 13 Kilogramm Honig. Das sei "ein super Ergebnis", so die stolzen Schüler. Nun wird der würzige Kastanienhonig - in der Nähe der Schule stehen viele Kastanienbäume - aus der Sommertracht in Gläser abgefüllt und verkauft.

Allerdings müssen von dem eingenommenen Geld auch Ausgaben getätigt werden. "Die Gläser müssen bezahlt werden, ebenso wie die Behandlung und die Durchfütterung der Bienen im Winter", erklärt Gaby Gelen. Die Schüler führen das Projekt auf freiwilliger Basis leidenschaftlich weiter und kümmern sich gut um ihre Schützlinge. Auch in Zukunft erhofft sich das Team weitere Erfolge.

Einige Lehrer haben schon versprochen, den Schülern Honig abzukaufen. Und Direktor Norbert Giesen hat großes Lob für die Jungs aus der Schulimkerei: "Das ist ein wirklich tolles Projekt!"

Quelle: RP
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