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Alpen
60 Gomel-Kinder haben hier Gesundheit getankt

Alpen: 60 Gomel-Kinder haben hier Gesundheit getankt
Erfolgreicher Doppelsitzer: Micha und Pawel (v.l.) hatten bei ihren Rutschpartien auf dem Spielplatz sehr viel Spaß. FOTO: Armin Fischer
Alpen. SPD-Ortsverein Alpen hatte die Kinder und ihre Gastfamilien auf den Spielplatz auf der Bönninghardt eingeladen. Von Sabine Hannemann

Auf dem Waldspielplatz in Bönninghardt tobt das Leben. Kinder erobern die Spielgeräte. Die zweite Gruppe der Kinder aus Gomel und ihre deutschen Gastfamilien erleben bei sommerlichen Temperaturen einen tollen Tag. Drei Ferienwochen am Niederrhein nähern sich ihrem Ende. Der Besuch des Spielplatzes ist zugleich das Signal dafür: Es geht zurück nach Hause, nach Gomel, in den Süden Weißrusslands. Dann haben insgesamt 60 Kinder den Niederrhein erlebt.

Sie werden von ihren Erlebnissen schwärmen. Die Erinnerung wird ihr Leben in tristen Wohnblöcken aufhellen, wie Jelena (34) aus eigener Erfahrung weiß. Sie ist mit Sohn Iwan (8) auf dem Spielplatz. "Ich dolmetsche für die Kinder", sagt Jelena. Der Aufenthalt am Niederrhein macht sich bezahlt. "Die Kinder können ihr Immunsystem stärken und sind im Winter weniger anfällig für Krankheiten. Wir haben in den Kliniken immer lange Wartezeiten", sagt die 34-jährige Deutsch-Lehrerin aus Gomel. "Die Eltern sind sehr dankbar für den Ferienaufenthalt ihrer Kinder. Die Krebsrate ist weiter hoch."

Sie selbst ist als Kind mehrfach in Bayern gewesen, hat Gesundheit getankt und Deutsch gelernt. Der Zuspruch hat ihr Mut gemacht. Am Niederrhein ist sie zum ersten Mal. Es kommen Erinnerungen an frühere Deutschland-Aufenthalte hoch.

Auf dem Bönninghardter Spielplatz wird Zauberer Zippo ohne Worte verstanden. Die Gastkinder staunen, mit welchen Tricks er arbeitet. Jahr für Jahr lädt der SPD-Ortsverein zum Ferienspaß mit Grillfest ein. "Für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns richtig auf den Tag. Die Kinder fühlen sich bei uns wie zu Hause", sagt Jörg Banemann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Drei Wochen Ferien waren voller Erlebnisse. Viele Dinge schienen für Kinder, die erstmals in Gastfamilien wohnten, unbekannt. Aber die Zurückhaltung verflog schnell. Neugier und Vertrauen machten sich breit. Gleichaltrige Kinder in den Gastfamilien bauten in Windeseile Hürden ab. Manfred Hainke, Vorsitzender des Kinderhilfswerks Gomel, freut sich über das grenzenlose Miteinander auf dem Spielplatz.

Wieder hat alles wunschgemäß geklappt. Das Engagement der Gasteltern ist die Basis dafür. Familiäre Bande sind entstanden. "Die Erholung steht an oberster Stelle und sorgt für einen gesundheitlichen Schub", sagt Hainke. "Aber die Zahl der Gasteltern geht zurück. Familienstrukturen sind anders geworden. Beide Elternteile arbeiten. Die Betreuung eines Ferienkindes ist daher schwierig geworden", sagt Hainke.

Bald geht es für die Gastkinder ans Kofferpacken. Neue Kleidung und Spielsachen aus der Kleiderkammer werden sie zu Hause zeigen. Monika Lamkewitz, Vorstandsfrau und selbst zwölf Jahre lang Gastmutter, weiß, wie es den Kindern dann geht: "Viele von ihnen werden wir im nächsten Jahr wiedersehen."

Quelle: RP
 
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