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Rheinberg
Aaldering: "Das Hotel im Turm kommt"

Rheinberg: Aaldering: "Das Hotel im Turm kommt"
Die Planungen für den Underberg-Turm (hier noch zum Teil eingerüstet) stehen seit Jahren: Er soll weiterhin ein Hotel werden. FOTO: Michael dammer
Rheinberg. Der Rheinberger Unternehmer möchte nicht als "Musterbeispiel eines vertragsbrüchigen Investors" dargestellt werden. Von Uwe Plien

Die Rheinberger Politik hat sich in letzter Zeit intensiv mit dem Leerstand in der Rheinberger Innenstadt befasst. "Es freut mich, wenn sich unsere lokale Politik - auch wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist - eines solchen Themas annimmt", sagt der Unternehmer Gerardus Aaldering.

Er weist daraufhin, dass alle Supermarkt-Ansiedlungen stets durch Mehrheitsentscheidungen im Rat zustande gekommen seien. "Ob dies so furchtbar ist, bestimmen letztendlich die Kunden mit ihrem veränderten Kaufverhalten", so Aaldering. Der "so bequeme" Internethandel leiste sein Übriges zu dem Mittelstandsterben - "diese Entwicklung kann ich nicht stoppen und die Lokalpolitik in Rheinberg sicherlich auch nicht. Für den Stadtkern müssen deshalb zukunftsträchtige Alternativen gefunden werden".

Die Bedingungen für Einzelhandel- und Gastronomieansiedlungen im Stadtkern könne man, sagt Aaldering, indes sehr wohl verbessern, etwa durch die Senkung der Gewerbesteuer in Innenstädten, durch Erleichterungen im Stellplatznachweis, zugleich gelenktes Gratis-Parken in der Innenstadt und vieles mehr. Für die Schwierigkeiten der Gastronomie käme noch hinzu, dass sich "alle Welt" berufen fühlt, im Sinne eines Restauranttesters ihr öffentliches Urteil über die Gastronomie zu fällen. Mindestlohn, Arbeitszeiten, Hygiene, Ausbildungsniveau und Konkurrenz machen es dem Gastronomen schon schwer genug."

Dennoch ambitioniert werde sein Restaurant "Scheffel" am Holzmarkt im Laufe des Jahres seinen Betrieb dann als spanisches Restaurant mit Tapas und Wein-Bar aufnehmen, kündigt Aaldering an und schlägt eine Brücke zum Kräuterturm, der ihm ebenfalls gehört: "In den letzten Tagen des Jahres 2000 habe ich den Underberg-Turm gekauft. Viele, viele, Planungen, ich darf erinnern an die von mir konzipierte Ansiedlung der VHS in der Halle von Underberg, die im letzten Moment durch die Vision gebliebene Vision des ,Underberg-Besucherzentrums' übertrumpft wurde, haben letztendlich zu dem heutigen Sachstand geführt."

Es sei falsch zu behaupten, der Turm sei bis jetzt nur mit öffentlichen Mitteln instandgesetzt. Er habe weit über eine Million Euro aus privaten Mitteln ("plus unendlich viel an Planungskosten") in dieses Gebäude investiert, sagt der Unternehmer: "Das ist der Grund, warum er zumindest schöner aussieht als je zuvor."

Vor diesem Hintergrund schmerze es ihn, als Musterbeispiel eines vertragsbrüchigen Investors dargestellt zu werden. Jetzt ist es offenbar wieder soweit, dass man meint, an seinem Beispiel mit dieser "Saujagd durchs Dorf" Propaganda machen zu müssen. Aaldering: "Viele wissen es sehr viel besser, dass ich immer bemüht war und bin, das Projekt nach vorne zu treiben. Durch die Immobilien- und Bankenkrise 2006 war es mir damals nicht möglich, das angefangene Vorhaben weiter zu führen. Meine Unternehmensgruppe hat sich in den letzten Jahren gestärkt aufgestellt und dafür einige strategische Investitionen realisiert. Es kann doch niemanden entgangen sein, dass ich zwischenzeitlich mit viel Liebe und Umsicht den Kamper Hof (eines der wichtigsten Denkmäler unsere Stadt) instand gesetzt und wieder in Betrieb genommen habe. Auch der Umbau des viele Jahre leerstehenden Desowag-Laborgebäudes, in das meine Verwaltung umgezogen ist, wurde vor wenigen Monaten erfolgreich abgeschlossen."

Seither erfolgt der dadurch möglich gewordene Aus- und Umbau einer Tages- und Kurzzeitpflege im Pflegezentrum am Wiesenhof, fertig bis April 2016, auch dort werden neue Arbeitsplätzen geschaffen. Was zum Beispiel geschieht mit der Underberg-Halle? Dort ist seit Jahren nicht weiter investiert worden. Es herrscht seit der Entkernung Stillstand. Dort haben offenbar ebenfalls unvorhersehbare Umbrüche am Markt und andere unternehmerische Herausforderungen ursprüngliche Pläne behindert oder gar vereitelt." Er halte an seinem Hotelprojekt "Turm" fest und sei der festen Meinung, dass das Hotel mit dem Restaurant in 55 Meter Höhe ein echtes Highlight für Stadt und Region wird und darin konkurrenzlos sein werde, obwohl die Situation durch neue Hotelangebote in der Region durchaus schwieriger geworden ist; dafür müsse die Region eben attraktiver werden; und das ist die Chance für uns alle und den Stadtkern".

Gerardus Aaldering: "Ich würde mich freuen, wenn wir deshalb gemeinsam an den Dingen arbeiten, die für unsere Stadt positiv sind. Deshalb sollte die Politik ,ihre' Unternehmer unterstützen und nicht treiben oder gar vergraulen."

Quelle: RP
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