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Rheinberg
Ab Mitte Dezember ziehen Flüchtlinge ins alte Schwesternheim

Rheinberg. Frank Tatzel hat zwar gestern Vormittag als Bürgermeister nicht selbst an dem Abstimmungsgespräch teilgenommen, fasste im Sozialausschuss aber das Ergebnis kurz zusammen. Thema war das weitere Vorgehen in der Orsoyer Flüchtlingseinrichtung (ZUE); das alte Krankenhaus war am Donnerstag wegen Brandschutzmängeln geräumt worden. Die rund 160 Flüchtlinge sind auf andere Einrichtungen verlegt worden. Für die Stadt Rheinberg nahm unter anderem Stadtplanerin Sonja Helmich teil, zudem war Markus Jansen von der Bezirksregierung Arnsberg als neuer Leiter der ZUE dabei, ebenso Rheinbergs Feuerwehrchef Sebastian Schriewer, Vertreter des Kreises und für die Eigentümergesellschaft u.a. Christoph von Hammerstein. Von Uwe Plien

Tatzel sagte, das eingereichte Brandschutzkonzept habe wegen personeller Engpässe beim Kreis Wesel nicht rechtzeitig vor der Belegung der ZUE untersucht werden können. Deshalb habe eine Duldungsregelung gegriffen. Erst beim Termin am Donnerstag sei dann festgestellt worden, dass es Mängel gebe. So sei die Brandmeldeanlage aus Zeiten der Reha-Klinik zwar funktionstüchtig, allerdings auf stille Alarmierung ausgelegt gewesen. Das sei für ein Krankenhaus zulässig, aber nicht für eine Flüchtlingseinrichtung. Auch hätten zum Beispiel aktuelle Feuerwehrlaufkarten gefehlt. So sei der Stadt nichts anderes übrig geblieben, als die Einrichtung zu räumen.

Christoph von Hammerstein von der Eigentümergesellschaft sagte der RP gestern, man sei sich im Gespräch einig gewesen, dass alle Beteiligten ein Interesse daran haben, die ZUE so schnell wie möglich wieder nutzbar zu machen. Im ersten Schritt soll nun das Schwesternheim fertig gestellt werden. Es wird ohnehin bereits renoviert und mit einer neuen Brandmeldeanlage ausgestattet; offenbar gab es bisher gar keine solche Anlage in dem Gebäude. Hat der TÜV diese Anlage abgenommen, sollen bis zu 300 Flüchtlinge in den Trakt einziehen. Das werde frühestens am 15. Dezember möglich sein, soll aber auf jeden Fall noch vor Weihnachten erfolgen. Das alte Krankenhaus muss nun mit einer neuen Brandmeldeanlage nachgerüstet werden. Voraussichtlich Mitte Januar sei das Marien-Hospital wieder bezugsfertig. Schon vorher sollen den Bewohnern des Schwesternheims aber die Infrastrukturräume des Hospitals (Küche, Sanitärräume, medizinische Abteilung etc.) wieder zugänglich gemacht werden. Dazu wird die Stadt eine Duldungsregelung erteilen. Von Hammersteim sagte, er habe in dem Gespräch deutlich gemacht, dass sein Unternehmen das Vorgehen der Stadt in keiner Weise für angemessen halte. Es habe immer wieder Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt und dem Brandschutzbeauftragten des Investors gegeben, und nie sei die Brandmeldeanlage beanstandet worden. Zudem habe man keine Einladung zu dem Termin am 26. November erhalten. Das sei den Vertretern des Kreises und der Feuerwehr nicht bekannt gewesen.

Quelle: RP
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