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Rheinberg
Abgesagte Krimi-Lesung: Stadt will Vertrag und Satzung prüfen

Rheinberg. Der Verein zum Erhalt der St.-Anna-Kapelle hat eine für nächsten Sonntag geplante Lesung mit Krimi-Autor Erwin Kohl abgesagt. Pfarrerin Ulrike Thölke (Wallach) und Pfarrer Martin Ahls (St. Peter) hatten Protest eingelegt (wir berichteten). Tenor: Eine Krimi-Lesung, zumal im stillen Monat November, mit einem Buch, in dem es um Mord geht, sei mit der Würde des Ortes und somit mit der städtischen Friedhofssatzung nicht vereinbar. Die St.-Anna-Kapelle auf dem Annaberger Friedhof gehört der Stadt. Die hat sich zur Absage noch nicht positioniert. "Wir haben im Verwaltungsvorstand darüber gesprochen", sagte Bürgermeister Frank Tatzel gestern. "Ich habe den Vorgang zur Prüfung an den zuständigen Fachbereich gegeben. Wir müssen erst mal schauen, wie der Vertrag mit dem Kapellen-Verein angelegt ist und was die Friedhofssatzung sagt. Vorher sage ich dazu nichts." Fest stehe aber, dass der Verein der Stadt noch nie eine Veranstaltung in der Kapelle zur Genehmigung vorgelegt habe und die Stadt das auch noch nie verlangt habe. Das sei stets in gegenseitigem Vertrauen passiert. Von Uwe Plien

Ulrich Hecker, Vorsitzender des Kapellen-Vereins, versteht die Kritik am Termin. "Man hätte sich darüber unterhalten können, ob der November der richtige Monat für eine Krimi-Lesung ist", sagte er gestern. Der Verein will aber weiter kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und kleine Konzerte dort ausrichten. "Sollte das künftig in der Kapelle nicht mehr möglich sein, ist der Vereinszweck nicht mehr zu erfüllen. Das könnte ich unseren Mitgliedern nicht nachvollziehbar erklären. Dann wäre es wohl sinnvoller, den Verein aufzulösen." Auch Hecker sagte, dass es bisher nie gesonderte Absprachen mit der Stadt gegeben habe. Die Verwaltung sei stets froh und dankbar gewesen, dass sich der Verein um das Gebäude auf dem Friedhof gekümmert habe. Eine Lesung mit Krimi-Autor Erwin Kohl, da sei er sicher, wäre seriös und nicht pietätlos abgelaufen.

Quelle: RP
 
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