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Rheinberg
Abschied für die Förderschule und deren Leiterin

Rheinberg. Nach 52 Jahren endet ein besonderes Kapitel Schulgeschichte. Rektorin Irene Opgen-Rhein geht in den Vorruhestand. Von Erwin Kohl

Die letzten Schüler der Maria-Montessori-Förderschule sind bereits verabschiedet, gestern stand im Pfarrheim St. Peter in einer Feierstunde die "Verabschiedung" der Schule und zugleich der Schulleiterin Irene Opgen-Rhein, die in den vorzeitigen Ruhestand wechselt, auf dem bunten Programm (die RP berichtete ausführlich).

Das begann mit einem symbolträchtigen Schattenspiel der Mittelstufenschüler mit dem Titel "Swimmie". Dabei handelte es sich um einen kleinen schwarzen Fisch, der seine Familie an einen Thunfisch verloren hatte. Auf seinem Weg durch den Ozean begegneten ihm eine Reihe Meerestiere, die allesamt auf dem Weg zur Montessori-Abschiedsfeier waren. Erzählerin Andrea Berger brachte die Botschaft auf den Punkt: "Viele kleine Fische schwimmen jetzt ohne Angst im großen Meer." Ihr Kollege und Moderator Peter Manthei bestätigte die Aussage mit einem Augenzwinkern: "Ein Scharlatan, wer dabei an die Förderschule denkt." Bürgermeister Hans-Theo Mennicken bedauerte nicht nur den Umstand, dass die Feier an diesem Tag aus Brandschutzgründen nicht in der Alten Kellnerei habe stattfinden können: "Mit der Schließung der Maria-Montessori-Förderschule geht in Rheinberg ein Stück Schulgeschichte verloren."

Der Verwaltungschef bedankte sich bei Irene Opgen-Rhein für ihren jahrzehntelangen Einsatz und wünschte ihr künftig viel Zeit für ihre Hobbys. Auch wenn der Anlass ein eher trauriger war, durfte der Humor nicht zu kurz kommen. Das dachten sich die Lehrer der Rheinberger Gemeinschafts-Grundschule und sorgten mit ihrer absolut schrägen Interpretation des Gebrüder-Grimm-Märchens "Aschenputtel" für Lachsalven unter den rund 50 Gästen. Denn die coole Hauptfigur mit den phlegmatischen Zügen hatte für alle Wünsche und Anregungen ihrer Mitspieler nur ein lässig-breites "Okay" übrig.

Schulamtsdirektor Jürgen Dorn griff die humorvolle Vorlage auf und zog zur Verabschiedung der Schulleiterin den Vergleich mit einem Förderantrag heran. "Sie beantragen also den Entzug der Förderwürdigkeit. Ich sehe, sie sind im 36. Schuljahr, sie haben also lange gebraucht, aber immerhin." In der abschließenden Beurteilung attestierte Dorn der "Förderschülerin" Opgen-Rhein eine realistische Selbst- und Fremdeinschätzung, die Fähigkeit der Selbstbestimmung beim Umgang mit Impulsen sowie eine hohe Frustrationstoleranz. Das Fazit des Vorgesetzten: "Irene ist Irene und das ist auch gut so." Dafür gab es dann die Ehrenurkunde des Landes NRW. Zu den weiteren Höhepunkten zählte eine ebenso laute wie mitreißende Vorführung der AG Trommelgruppe sowie ein Comedy Stück des Lehrerkollegiums.

Quelle: RP
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