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Alpen
Ärger: Schilder an der Motte beschmiert

Alpen. Der Heimat- und Verkehrsverein hat die Infotafel am Kasteel erneuert. Nur eine Woche später ist sie wieder ramponiert. Von Bernfried Paus

Das Bodendenkmal Motte am Osttor Alpens hatte jüngst noch die Stadtumbauer in ihren Bann gezogen, die im Wettbewerb um die besten Ideen an einer Vision für das Dorf mit historischen Wurzeln feilen. Die mythische "Burg im Berg" schien manchen Landschaftsarchitekten reizvoll. Daraus ließe sich doch was machen. Auch Alpener betonten die besonderen Reize der Motte und ihres Umfeldes. Nur wenn Franz-Josef Spölmink, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) in diesen Tagen an die Motte denkt, befällt ihn Traurigkeit. Unbekannte haben sein Werk mit brauner Farbe beschmiert. Die farbige Infotafel mit der historischen Ansicht von Alpen anno 1640 hatte Spölmink gerade wieder in neuer Pracht in den Stahlrahmen am Fuß der Erhebung eingepasst. Nach weniger als einer Woche aber ist sie aus der Spraydose wieder verunstaltet worden. "Frustrierend ist das", so der HVV-Vorsitzende, der aber ankündigte: "Wir lassen uns von der Schmiererei nicht unterkriegen."

Schon vor geraumer Zeit war die Infotafel, die der HVV 2002 aufgestellt hatte, von gedankenlosen Zeitgenossen zum Schandmal verunziert worden. Der HVV hatte dann den Gedanken, das Schmuckstück wieder zur Geltung zu bringen. Franz-Josef Spölmink und sein Schwiegervater Hans Serschen streiften Anfang des Jahres den Blaumann über und demontierten die arg ramponierte Tafel. "Es ist erstaunlich, dass man das Teil abbauen kann, ohne dass jemand Notiz davon nimmt", so Spölmink.

Nun hofft er, dass jemand etwas gesehen hat und zur Aufklärung beitragen kann, wer die großformatige Zahl 60 auf die Tafel gesprüht hat. Um keine Spuren zu verwischen, habe er noch keine Versuche unternommen die Farbe abzuwischen, so der HVV-Vorsitzende. Er habe den ärgerlichen Vorfall im Rathaus gemeldet, damit Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet wird - "auch wenn die Chancen, den Täter zu ermitteln, wohl gering sind". Der Schilderfrevel missachte nicht nur ehrenamtliches Engagement, "sondern kostet auch noch unser Geld", so der Heimatfreund. Es seien wohl im Umfeld auch Bushaltestellen ramponiert worden.

Er werde nun mit dem Verlag, der den Druck gemacht habe, Kontakt aufnehmen, um zu klären, wie die ursprüngliche Gestalt wieder herzustellen ist. "Die Farbe ist noch einigermaßen frisch", so Spölmink, der am Samstagmorgen den neuerlichen Schaden entdeckt hatte. Eine Woche zuvor erst hatte er das runderneute Schild zur Historie des Ortes im Ort aufgestellt. "Alles für die Katz. Deprimierend."

Die Ansicht Alpens in altem Glanz erstrahlen lassen, sei dank des guten Verlagsarchivs kostengünstig möglich gewesen. Hier sei man nach fast 14 Jahren fündig geworden bei der Suche nach der Druckvorlage des Ortes Alpen zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Datei hat sich der HVV gesichert. "Für alle Fälle", so Spölmink. Er hoffe, dass die jetzt aufgezogene Graffiti-Schutzfolie die Beseitigung des Schadens erleichtern werde.

Die Motte ist ein künstlich aufgeschütteter Burghügel (Kasteel) als Rest einer mittelalterlichen Burg. Die Burg der um 1200 erwähnten Herren von Alpen war ab 1602 Sitz der Grafen von Bentheim. Nach einem Erdbeben 1758 war sie nicht mehr bewohnt. Unter Napoleon wurde "der Schütt und die Erde des Alpener Schlosses" zum Bau einer Militärstraße (Burgstraße) verwendet - eine Information, die das Zeug hat, Stadtumbauer zu beflügeln.

Quelle: RP
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