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Alpen
Ärztehaus: Kritik am Einsatz von Steuermitteln

Alpen. Bürgermeister Ahls verteidigt Ausstattung der Praxen und Übernahmen der Mietbindung für bisherige Räume.

Die Nachricht, dass aus der Amaliengalerie ein Ärztehaus wird, ist in Alpen fast durchweg auf positive Resonanz gestoßen. In den sozialen Medien jedenfalls überwog die Freude. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Susanne Wilckens, einst für die Grünen im Rat und Gattin von Apotheker Norbert Wilckens, der seit rund 20 Jahren die Apotheke Zum Wald führt, gießt Wasser in den Wein.

"Nicht nur aus familiärer Betroffenheit", wie Lehrerin betont, "sondern aus grundsätzlichen Überlegungen." Ihr missfalle grundsätzlich, wenn mit Steuergeld gezielt in gewachsene Strukturen eingegriffen werde, sagte sie.

Nicht nur dass Bürgermeister Thomas Ahls und der Rat 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen hätten, um dem Investor in der Amaliengalerie eine ganze Etage abzukaufen für medizinische Praxen. Bei Vertragsabschluss seien für die Praxis Anker/Arnold mit Gagel/Vohn bereits Nachfolger gefunden gewesen, die in den Räumen weiter praktizieren. Somit habe für die Gemeinde "keinerlei Notwendigkeit" bestanden in neue medizinische Räume zu investieren, so Wickens.

Um ihr Ziel zu erreichen, so die Apotheker-Gattin, hätten die Verantwortlichen im Rathaus erneut kräftig ins Gemeindesäckel gegriffen, um die Ärzte in die Amaliengalerie zu "locken". Bürgermeister Ahls bestätigte zwar, dass die fest installierte Einrichtung (Schränke, Regale) von der Gemeinde bezahlt würden. "Das wirkt sich aber auf die Höhe der Miete aus", so Ahls. Für ihn "kein unübliches Verfahren".

Auch der Vorwurf von Susanne Wilckens, dass die Gemeinde die vertragliche Mietbindung der Mediziner, die sich im Herbst von der Straße zum Wald verabschieden, für rund 1,5 Jahre übernimmt, ficht den Bürgermeister nicht an. "Die Alternative wäre ein Leerstand und somit ein mindestens so großer Mietausfall für uns gewesen", so Ahls. Außerdem ergebe ein früher Vertragsabschluss mit den Ärzten Sinn, um jetzt die baulichen Anforderungen zu besprechen und zu erfüllen.

Ahls kontert auch den grundsätzlichen Einwand der Kritikerin, dass die Gemeinde durch öffentlichen Kapitaleinsatz in privatwirtschaftliche Beziehungen eingreife. Im Grundsatz ändere sich in Alpen nichts. "Die fußläufigen Entfernungen zwischen Praxen und Apotheken ändern sich nicht", so der Bürgermeister, "die Apotheken wechseln tauschen nur ihre Nähe."

(bp)
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