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Rheinberg
Alle Grundschulstandorte sind sicher

Rheinberg. Die Schulpolitiker im Stadthaus sind recht zufrieden mit der städtischen Schullandschaft. Die Zahlen signalisieren eine nachhaltige Stabilität für alle Schulen - vor allem, weil die Zahl der ABC-Schützlinge entgegen der Befürchtungen sogar wieder ansteigen. Von Bernfried Paus

Die Einschulungsjahrgänge weisen nach der Prognose der Verwaltung im Zeitraum von 2020 bis 2022 rund 260 Kinder aus - Tendenz steigend. Das ließ Katharina Hötte (CDU) frohlocken: "Weiter so Ihr Rheinberger." Alle Grundschulstandorte seien somit für die kommenden fünf Jahre gesichert.

Auch die kleine Schule am Bienenhaus in Millingen, die überwiegend einzügig geführt wird. Hier habe sich der Bustransfer von Ossenberg als segensreich erwiesen und zusätzliche Anmeldungen gebracht. In Bezug auf die beiden Innenstadt-Grundschulen kündigte die Verwaltung für die drei Standorte zeitnah "räumlich optimierte Optionen" an, die dann der Politik zur Entscheidung vorgelegt würden.

Die Anmeldezahlen für die Grundschulen: Am Deich in Wallach (48 Schüler in zwei Klassen), Am Bienenhaus (25, eine Klasse), Gemeinschaftsgrundschule Rheinberg (40, zwei Klassen), St. Peter (47, zwei Klassen) und die "Städtische Gemeinschaftsgrundschule am Rheinbogen", wie die Schule für Budberg und Orsoy jetzt offiziell heißt (65, drei Klassen).

Bei den Prognosen für die weiterführenden Schulen - Amplonius-Gymnasium und Europaschule - hält sich der Fachbereich Schule noch zurück. Die Unbekannte Gymnasium scheint sich bald zu lichten. Aber noch ist nicht klar, ob das Amplonius-Gymnasium auf die Linie der neuen Landesregierung einschwenkt und zum Abitur nach neun Jahren zurückkehrt. Bei der Europaschule sei die Entwicklung derzeit insofern schwer einzuschätzen, weil die Umwandlung zur Gesamtschule und die Aufnahme der Sekundarschule Alpen momentan über den Status einer Absichtserklärung nicht hinausreiche.

Von den 282 Viertklässlern in der Stadt gehen 211 weiter in Rheinberg zur Schule, 18 sind zur Sekundarschule nach Alpen gewechselt, ebenso viele zum Gymnasium in Rheinkamp. Die Europaschule (103) und das Amplonius-Gymnasium (152) kommen zusammen auf 255 Anmeldungen - 44 Schüler von außerhalb, 28 aus Alpen - "Die Kooperation lebt bereits", so Schulausschussvorsitzender Dietmar Heyde (Grüne). Alpen werde bereits aus Rheinberg beatmet.

Das Übergangsverhalten bietet jenseits der nackten Zahlen Interpretationsspielräume. Die CDU attestierte der Europaschule nur "recht wenige Anmeldungen mit gymnasialer Empfehlung". Den Hinweis aus "Latzels Trumpf", dass seine Sekundarschule von den Rückläufern lebe, setzte Marcus Padtberg, Direktor am Amplonius, wiederum Zahlen entgegen. Die rief er kurzerhand von seinem Laptop ab und ersparte damit der Schulverwaltung einen Recherche-Anruf: Aus Jahrgangsstufe 6 wechselten zuletzt vier Kinder nach Alpen, aus der 7 keins aber eins zur Europa-Schule. Aus der 8 gingen drei nach Alpen, zwei zur Gesamtschule in Kamp-Lintfort. Abgänger aus der 9 wandern zum Berufskolleg, mehrheitlich nach Wesel.

Norbert Giesen wies darauf hin, dass seine Europaschule lange keine Rückläufer aufnehmen konnte, weil die zulässige Kapazität voll ausgeschöpft war. FDP-Sprecher Herbert Becker wunderte sich über den gebremsten Run auf die Gemeinschaftsschule, hatte aber gleich Trost parat. Wenn mit der beabsichtigten Umwandlung zur Gesamtschule mit der Filiale Alpen die Ziffernoten wieder Einzug halten würden, steige die im Ansehen der Eltern wieder und damit die Zugkraft.

Dem Anspruch der Eltern auf Vergleichbarkeit der Leistungen will Giesen entgegenkommen, parallel aber weiter "kompetenzorientierte Zeugnisse" schreiben. Er drückte seine Zuversicht aus, dass die Europaschule in den Köpfen als zweite Schule in der Stadt ankomme, die zum höchsten Abschluss führe - sobald die ersten Abiturienten als Vorbilder Schule machen würden. Das wird in drei Jahren der Fall sein.

Quelle: RP
 
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