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Alpen
Alpen wirbt auch weiterhin für seine Sekundarschule

Alpen. Der CDU-Ortsverband hatte zum Thema Schulpolitik in die Burgschänke eingeladen. Es ging um den Erhalt der Sekundarschule. Das Thema sorgte für eine gute besuchte Veranstaltung. Von Sabine Hannemann

Petra Vogt brachte es beim Info-Abend in der Alpener Burgschänke auf den Punkt. Von der Umstrukturierung der Schullandschaft sind ländliche Bereiche besonders betroffen, weiß die schulpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. Gebe es in kleinen Gemeinden aber keine weiterführende Schule mehr, dann fehle etwas und werde sich zum Regionenproblem auswachsen. Vogt: "Da ist die Sekundarschule ein Angebot für Kommunen - wo es denn passt." Denn: "Die Schülerzahlen müssen stimmen, die Kommunen sind in hoher Verantwortung." Es gebe den NRW-Schulkonsens, und der gelte bis 2023.

Wie verunsichert allerdings die Eltern sind, wurde auf der Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes im voll besetzten Saal der Burgschänke schnell klar. Die Vielfalt des neuen Angebots mit Sekundar-, Gesamt- und Gemeinschaftsschule überfordere jene, die in ihrer Jugend mit der klassischen Dreigliedrigkeit von Haupt- und Realschule und Gymnasium aufgewachsen sind, hieß es von den Gästen. Die Konsequenz: Sie greifen auf Bewährtes zurück, melden ihr Kind am Gymnasium an, auch bei anderslautender Empfehlung. Die schulischen Leistungen reichen allerdings oft nicht aus, der Schulwechsel folgt.

Für Tilman Latzel, Schulleiter der Sekundarschule im vierten Jahr, ist das Grund genug, nochmals die Werbetrommel zu rühren für das System mit seinem Unterrichtsangebot, der Fächervielfalt, der Individualität und den Abschlussmöglichkeiten. "Wir müssen immer wieder versuchen, die Inhalte und Chancen an die Eltern zu bringen. Weil wir an Schule in einem kleinen Ort wie Alpen glauben." Das, was Sekundarschule in Alpen ausmache, seien unter anderem die Nähe zum Schulträger und die kleinen Wege, die Qualität des Schulalltags in kleinen Klassen mit Fächern wie Soziales Lernen inklusive Berufsvorbereitung. Das gelinge in Alpen mit erfahrenen und starken mittelständischen Partnern wie Lemken und Norgren. Darin sieht auch Petra Vogt die Chance: "Die Sekundarschule als neue Schule bündelt die Stärken unserer bisherigen Schulformen von Haupt- und Realschule und setzt eine gute lokale Wirtschaft voraus."

CDU-Ratsherr Herbert Oymann berichtete von seinen Erfahrungen als damaliger Ausbilder und Personalchef bei Landmaschinen Lemken. "Wir haben Praktikanten von unseren Alpener Schulen erlebt, die uns schnell mit ihren Schlüsselqualifikationen überzeugten und später bei Lemken ihre Ausbildung machten. Junge Menschen, die sehr erfolgreich ihren Weg gegangen sind."

Frühe Kontakte zur Wirtschaft zahlten sich aus, wissen auch Yvonne Klimeck und Stefanie Wiedwald, Beraterinnen der Bundesagentur für Arbeit: "Die Jugend ist beruflich eher unorientiert und möchte sich nicht entscheiden. Der Trend geht zur Höherqualifizierung." Ein Wunsch, den auch die Sekundarschule dank entsprechender Kooperationen erfüllen könne. "Schule ist heute im Wettbewerb, ausreichende Anmeldezahlen der aktuell geburtenschwachen Jahrgänge seien entscheidend." In Alpen gingen jetzt aber nur rund 60 Kinder an den Start - und das, obwohl "wir in Alpen das Glück des kleinen und behüteten Systems haben", sagte Bürgermeister Thomas Ahls. Eine Atmosphäre, die sich Eltern auch durchaus wünschen. "Wir sind positiv überrascht", berichteten Eltern von Kindern der Sekundarschule immer wieder.

Über die Konsequenz rückläufiger Anmeldungen ließ Tilman Latzel allerdings keinen Zweifel. Die Sekundarschule würde als Dependance der Rheinberger Europaschule aufgehen und die Eigenständigkeit verlieren. Ziel sei daher, jetzt ein gemeinsames, konstruktives Handeln auf die Beine zu stellen, um das Profil des Schulstandorts Alpen zu erhalten.

Quelle: RP
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