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Alpsche Ley: Baustelle legt Verkehr lahm

Alpen: Alpsche Ley: Baustelle legt Verkehr lahm
Lineg-Projektleiter Ralf Kempken erläuterte der RP gestern, wie die Alpsche Ley künftig unter die Burgstraße fließen soll. In vier Monaten soll's so weit sein. Doch der Teufel steckt im torfigen Boden. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Nach Sondierung des Erdreiches geht's im Februar los mit den Bauarbeiten für den Durchlass. Fertigstellung im April. Von Bernfried Paus

Das Dorf ist dicht. Anfang der Woche hat die Lineg die Burgstraße auf der Höhe Amaliengalerie eingezäunt und die Fahrbahnpflaster auf einer Breite von einem dutzend Metern aufgenommen. Tiefe Furchen würden ein Passieren auch ohne Absperrung nur noch geländegängigen Autos ermöglichen. Damit Fußgänger im Dorfzentrum weiter kurze Wege haben, wurde eine Behelfsbrücke - es fehlt noch der rutschfeste Gummibelag - angelegt, um vom Aldi-Parkplatz aus in den kommenden vier Monaten die Baustelle gefahrlos passieren zu können. So lange wird es dauern, bis der Brückenschlag für die Alpsche Ley, die aus den Rohren wieder ans Licht soll, abgeschlossen ist. Grund für die Ruhe auf der Baustelle war gestern der Regen.

Bevor Anfang Februar der Bautrupp anrückt, um den Durchlass für die Ley zu graben und unter der Straße in Beton zu gießen, muss der Untergrund gründlich sondiert werden, erläuterte gestern Lineg-Projektleiter Ralf Kempken vor Ort. Dann müssten die Untersuchungsergebnisse ausgewertet werden, um festzustellen, ob noch Kampfmittel aus dem Krieg im Boden stecken. Außerdem befinden sich im bekannt torfigen Erdreich noch alte Pfahlgründungen aus Beton, die nur teilweise sichtbar sind.

Und viele bunte Linien im Plan dokumentieren, dass hier neben der Kanalisation auch wichtige Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Gas und Telefon liegen. "Die werden gesichert und aufgehängt, so dass darunter gearbeitet werden kann, ohne dass es in der Bauphase zu nennenswerten Störungen kommt", so Kempken. Erst wenn die Vorarbeiten erledigt seien, könnte der Boden für die Arbeitsgerüste und den Durchlass ausgehoben und eingeschalt werden. Damit der Betonkanal nicht absackt, werden neue Stützpfähle tief ins weiche Erdreich getrieben.

Die Abschlusswände an den Straßenrändern zu beiden Seiten des Durchlasses werden verklinkert, oben drauf kommen anthrazitfarbene Gitter und Handläufe.

Einen Eindruck davon bekommt man auf der Südseite des Zwei-Millionen-Euro-Projektes. Die Strecke von Aldi bis zur Burgstraße - im Herbst 2014 gestartet - ist inzwischen fertig, auch wenn die Ley selbst noch unterirdisch im Rohr fließt. Das Rinnsal im schlängelnden, naturnah ausgebauten Bettchen zwischen verklinkerten Wänden und frisch gepflanzten Hainbuchen ist Staunässe, die derzeit nicht abfließen oder versickern kann. Der grüne Rasenflaum zeigt, dass es Platz gibt, damit sich die Ley bei Hochwasser ausbreiten kann.

Der Blick auf den fertigen Teil zeigt auch, dass der Ärger über die Verkehrsbelastungen am Ende belohnt wird. Die ans Licht geholte Alpsche Ley ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern wertet das Dorf optisch auf. Dafür, dass der Graben künftig nicht von Unkraut oder Müll verschandelt wird, will die Lineg sorgen. Unterdessen läuft die Planung für den weiteren Ausbau bis zum Winnenthaler Kanal vor den Toren des Dorfes. Der soll in zwei Jahren angegangen werden.

Damit der Verkehr an der einzigen Ampel-Kreuzung im Dorf in der Bauphase besser fließt, wird die Signalanlage Anfang nächster Woche optimaler getaktet. Schließlich ist ein Straßen-Ast derzeit tot.

Quelle: RP
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