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Rheinberg
Alte Schläuche in neuen Löschfahrzeugen

Rheinberg: Alte Schläuche in neuen Löschfahrzeugen
Ein erfreulicher Tag für die Freiwillige Feuerwehr: Der Spielmannszug Orsoy sorgte bei dem feierlichen Akt vor dem Gerätehaus am Melkweg für den guten Ton. Die neuen Fahrzeuge waren blitzblank und festlich geschmückt. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Mit der Verspätung von einem halben Jahr wurden jetzt drei neue Feuerwehrfahrzeuge vorgestellt und gesegnet. Von Erwin Kohl

Die drei neuen Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr sind bereits seit Februar im Einsatz, etwa beim Hochwasserschutz in Hamminkeln oder Xanten oder, wenn's brennt. Mit einem halben Jahr Verspätung wurden die Autos jetzt festlich geschmückt, offiziell vorgestellt und gesegnet. "Es war einfach vorher kein gemeinsamer Termin zu bekommen", erklärte Gerätewart Theo Geßmann.

Drei Jahre hat es gedauert von der Planung bis zum Abholen der nagelneuen Löschfahrzeuge beim Hersteller in Ulm. Bei einem Kaufpreis von 750.000 Euro ist es mit einer ausgiebigen Probefahrt allein nicht getan. Eine Woche lang haben Theo Geßmann, Orsoys Löschzugführer Bernd Wolf und die Kollegen vom Arbeitskreis Fahrzeugbeschaffung die drei Neuanschaffungen auf Herz und Nieren geprüft.

Vom Löschtank über die Spritze bis zur Sitzbank wurde alles unter die Lupe genommen, sogar das Führerhaus wurde gekippt und der Motor inspiziert. "Irgendwann haben sie uns gefragt, ob wir die Schläuche nachmessen wollen. Das war nicht nötig, aber ausgerollt haben wir sie trotzdem", so Theo Geßmann. Aber längst nicht alle Schläuche sind neu. Überhaupt hat man, was die Ausrüstung der Fahrzeuge betrifft, genau darauf geachtet, was noch bedenkenlos verwendbar ist.

Nachdem Stadtbrandinspektor Sebastian Schriewer die Gäste, darunter die Ortsvorsteher Heide Mischke, Heinz-Willi Coopmann und Klaus Helmes, CDU-Fraktionschef Erich Weisser sowie Bürgermeister Frank Tatzel, begrüßt hatte, sorgte der Spielmannszug Orsoy für den musikalischen Rahmen.

Schriewer verwies auf deutlich gestiegene Anforderungen an Technik und Ausbildung der Wehrkräfte. Darauf vorausschauend zu reagieren, sei eine große Herausforderung: "Der Brandschutzbedarfsplan läuft über fünf Jahre, die Fahrzeuge sollen aber rund 20 Jahre Dienst tun. Zum Vergleich: Das Internet ist kaum älter als 20 Jahre."

Angeschafft wurden für den Löschzug Süd ein umfangreich ausgestattetes Fahrzeug vom Typ LF 20, während die Löschzüge Rheinberg Mitte und Nord identisch ausgestattete Einsatzfahrzeuge vom Typ LF10 erhielten. Frank Tatzel bedankte sich bei den Feuerwehrleuten, ohne deren ehrenamtliches Engagement, die Stadt wesentlich mehr Geld zum Schutz der Bevölkerung ausgeben müsste. Pastoralreferent Georg Welp hatte nicht nur die auf Hochglanz polierten Löschfahrzeuge im Blick: "Ich segne auch die Menschen, die damit umgehen. Bei einer Segnung geht es immer auch um Schutz und Glück." Pfarrerin Ulrike Thölke lobte ebenfalls den unermüdlichen Einsatz der Wehrkräfte: "Ihr seid Aktivisten der Nächstenliebe." Dann übergab Bürgermeister Tatzel die Fahrzeugschlüssel an die Löschgruppenführer Dirk Schröder, Stefan Brand und Michael Buchloh.

Quelle: RP
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