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Rheinberg
Alte Schule ist "keine Lösung für alle"

Rheinberg: Alte Schule ist "keine Lösung für alle"
Ann-Kathrin Fischer mit Tochter Greta, Meike und Thomas Wapplitz mit Lina und Mats, Großmutter Birgit Hüsken sowie Andrea und Michael Siebert mit Sohn Nico sind unzufrieden mit dem sich abzeichnenden Vorschlag. Sie wollen ihre Kinder nicht nach Ossenberg fahren. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Jugendhilfeausschuss trifft keine Entscheidung. Doch die Tendenz ist eindeutig. Ausbau der Alten Schule Ossenberg soll die Not bei den Kindergarten-Plätzen lindern. Die Alternative an der Kita St. Peter braucht Zeit. Die aber ist nicht da. Von Bernfried Paus

Der Druck für Eltern, die ihr Kind erst mit drei Jahren in einen Kindergarten geben und zurück in den Beruf wollen, wächst. Vornehmlich in der Innenstadt. Denn Ü 3-Plätze sind äußerst rar. Sie sind meist von Knirpsen besetzt, die aus dem Bereich U 3 natürlich nachwachsen. Es soll Eltern geben, die ihr Kind schon deutlich früher in die Kita schicken als sie eigentlich wollen. Vorsorglich. Die individuelle Parklösung ist keine für Politik und Verwaltung. Sie will schnell Abhilfe schaffen. Doch die Lösung, die sich gestern im Jugendhilfeausschuss abzeichnete, wird "keine für alle" sein. Der Fachausschuss favorisiert den Umbau der Alten Schule in Ossenberg. Dort sollen zusätzlich 20 Plätze entstehen für Kinder, die sonst im neuen Kindergartenjahr ab 1. August 2017 unversorgt wären.

Der Unmut im Zuschauerraum war nicht zu überhören. Dort verfolgte ein halbes Dutzend Eltern, die teilweise ihre Kinder mitgebracht hatten, die intensive Debatte über zwei Alternativen: Neubau für eine weitere Gruppe mit Nebenräumen an den City-Kindergarten St. Peter oder Ausbau der Alten Schule Ossenberg für zwei Gruppen.

Heike Finmans-Göbel vom Träger St. Peter machte keinen Hehl daraus, dass sie den Ausbau für reizvoll halte - "nachhaltig für den Kindergarten St. Peter und die Innenstadt". Die Nachfragen aus dem Stadtkern seien zahlreich. Leider sei die Anfrage aus dem Stadthaus erst spät gekommen, so Finmans-Göbel. Daher sei ein Neubau, der nach Angaben von Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach bis zu 600 000 Euro kosten würde, erst mit einem Jahr Verspätung fertig. Auch wenn die Denkmalpflege anders als bei den Awo-Plänen bereits grünes Licht signalisiert hat. "Die Zeit ist das Problem." Darin waren sich alle einig.

Obwohl sie keinen Beschlussvorschlag präsentierte, war leicht erkennbar, wohin Dezernentin Kaltenbach dachte: Richtung Ossenberg, "das ja nicht so weit weg liegt". Hier könne mit einer Investition von knapp 300.000 Euro in zweites Problem gelöst werden: mit einer zweiten Gruppe die räumliche Enge im Kindergarten St. Mariä Himmelfahrt endlich beheben. Als Träger der neuen Kita biete sich das DRK an, das im Untergeschoss de Schule eine Großtagespflege betreibe.

Einzig Teile der CDU wollten den Zug St. Peter noch nicht endgültig abfahren lassen, um Mütter wie Ann-Kathrin Fischer nicht zu verärgern. Die findet Ossenberg für ihr Töchterchen Greta (2,5) überhaupt nicht "charmant", wie manche sagten. Nicht nur, dass manche Familie ein zweites Auto bräuchte. "Ich finde es gar nicht gut, dass soziale Bindungen wachsen oder auch nicht wachsen. Spätestens beim Wechsel in die Grundschule könnte das nachteilig werden." Der Rat soll nun das entscheidende Wort haben.

Quelle: RP
 
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