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Rheinberg
Alter neuer Bahnhof für Genießer

Rheinberg: Alter neuer Bahnhof für Genießer
Eigentümerin und Betreiberin Manuela Breuer und Architekt Axel Ettwig vor dem Budberger Bahnhof FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Manuela Breuer hat das 1910 errichtete Budberger Bahnhofsgebäude vor knapp zwei Jahren gekauft. Der Rheinberger Architekt Axel Ettwig hat es komplett saniert. Es wird am Samstag als Weinstube, Biergarten und Pension eröffnet. Von Uwe Plien

Manuela Breuer strahlt. Der Budberger Bahnhof ist genau so geworden, wie sie es sich vorgestellt hat. Alles von Grund auf neu. Und trotzdem alt - eine stilvolle, perfekte Mischung aus beidem. Denn das 1910 errichtete Gebäude an der Rheinkamper Straße steht seit genau 30 Jahren unter Denkmalschutz. "Und da gab es natürlich viele Auflagen, die wir zu beachten hatten", schildert der Rheinberger Architekt Axel Ettwig.

Er hat den Bahnhof in den vergangenen eineinhalb Jahren im Auftrag von Eigentümerin Manuela Breuer saniert. "Ein spannendes Projekt", schwärmt Ettwig. Am Samstag, 26. August, 15 Uhr, wird der neue Gastronomiebetrieb im Bahnhof mit Grillwürstchen und später mit Freibier vom Fass eröffnet. "Erst mal", sagt die Betreiberin, die mit ihrer Familie am Orsoyerberg wohnt. "Denn danach haben wir noch einiges zu tun. Endgültig eröffnen wir erst Mitte, Ende September." Dann wird das Lokal von mittwochs bis sonntags ab 17 Uhr geöffnet sein, sonntags im Sommer ab 12 Uhr.

Sie habe lange nach einem passenden Objekt gesucht, indem sie ihren Traum verwirklichen kann, erzählt Manuela Breuer. "Ich wollte schon immer gerne Zimmer vermieten." Drei schicke Doppelzimmer mit jeweils eigenem Bad im Obergeschoss des Bahnhofs sind es nun geworden. Und Namen haben sie auch: "Ich habe sie Budberg, Orsoy und Eversael genannt", so Manuela Breuer. Dass nun auch noch eine Gaststätte hinzukommt - umso besser. Weinlokal, Bier-Lounge, Salat-Bar, Snack-Bistro, wie auch immer man es nennen möchte: "Wichtig ist mir, dass es gemütlich bei uns wird. Ein Ort, an dem man einen guten Tropfen trinken und eine leckere Käseplatte oder ein Raclette essen kann. Ein Ort zum Genießen."

Manuela Breuer hat auch, aber nicht nur Fahrradtouristen im Blick. So hat sie im Keller extra einen Raum einrichten lassen, in dem Radler, wenn sie Übernachtungsgäste sind, ihre nasse oder durchgeschwitzte Kleidung über Nacht lüften können. Hinter dem Bahnhof steht ein abschließbarer Fahrradschuppen als Garage für die Räder der Reisenden. Auch eine Ladestation für E-Bikes und Pedelecs ist vorhanden. Stichwort draußen: Der Bahnhof, der als solcher noch bis Ende der 60er Jahre in Betrieb war, ist rundherum mit Blaustein gepflastert. Zur Straße hin liegt feiner Kies, darauf wird der Biergarten stehen. "Auf der Terrasse zu den Gleisen werden wir auch einige Tische hinstellen", sagt Manuela Breuer. Eine alte Bahnhofsuhr steht ebenfalls schon. Hinter dem Bahnhof ist viel Rasen, die alte Linde ist stehengeblieben. Nun sieht man erst einmal, wie weit sich das insgesamt 2300 Quadratmeter große Grundstück erstreckt. Denn die alte Remise, die legendäre Feier-Scheune des inzwischen verstorbenen Voreigentümers Wilfried "Coucha" Albeck und dessen Frau Heidi, ist abgerissen worden und längst Geschichte. Ebenso wie der "Bahnhofsgeist", den die beiden dort in den 33 Jahren ihrer Pächterzeit an ihre Gäste ausgeschenkt haben.

"Coucha" hätte ohne Zweifel gestaunt, wenn er noch hätte sehen können, wie sich der Bahnhof verändert hat. Wenn Architekt Axel Ettwig aufzählt, was alles erneuert wurde, fragt man sich, wie das seit Anfang 2016 alles fertig werden konnte. So wurde der feuchte Keller komplett erneuert, die Fassade neu gefugt, der Dachstuhl repariert und das Dach neu gedeckt. Die komplette Haustechnik inklusive Videoüberwachung und Alarmanlage ist erneuert worden.

Im Gaststättenraum findet sich das grobe Holz uralter Eisenbahnwaggons an den Wänden. Dessen Wärme korrespondiert schön mit modernen Glastüren und Metallflächen. Nebenan befindet sich das gut gefüllte Weinlager. Das frühere Wohnzimmer im hinteren Gebäudeteil ist jetzt Frühstücksraum, die moderne Gastroküche grenzt an. Sämtliche Holzsprossenfenster sind neu, ebenso die Steinböden, die aussehen wie aus Uromas Zeiten.

Ein Traum, dieser neue alte Bahnhof. Wahrhaftig ein Ort zum Genießen.

Quelle: RP
 
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