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Rheinberg
Am Amplonius trifft sich die Welt

Rheinberg: Am Amplonius trifft sich die Welt
Im Lehrerkollegium am Amplonius-Gymnasium herrscht große Freude über die Verleihung eines Aushängeschildes "Internationales Preisträgerprogramm" (von links): Die Initiatorin Petra Brück-van Hauten, Sabine Lambertz-Wirth, Petra Floris, Schulleiter Marcus Padtberg und Sigrid Schmitz. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Rheinberger ist vom Pädagogischen Austauschdienst für 25 Jahre im Preisträgerprogramm geehrt worden. Von Peter Gottschlich

Vor 25 Jahren brachte Petra Brück-van Hauten das Preisträgerprogramm des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) ans Amplonius-Gymnasium. Die Lehrerin für Deutsch und Englisch kannte es über ihren Mann Dietmar Brück. Der war Lehrer am Steinbart-Gymnasium gewesen, das südlich des Immanuel-Kant-Parks in der Duisburger Innenstadt liegt. "Schulleiter Walter Kessler hat gesagt, wenn ich es nach Rheinberg holen könne, soll ich es machen", erinnert sie sich. Sie hat's gemacht und war erfolgreich.

Das scheint nicht leicht gewesen zu sein, weil sie bei den PAD-Konferenzen, zu denen sich Vertreter der beteiligten Schulen treffen, in einen etablierten Kreis eindrang. "Es war eine geschlossene, illustre Runde", erzählt sie. "Sie bestand ausschließlich aus Schulleitern. Ich war die einzige Frau, dazu weder Rektorin noch Konrektorin. Die Schulleiter kamen fast alle Süddeutschland, vor allem Bayern und Baden-Württemberg - ich als eine der wenigen nicht."

Doch sie stand in der süddeutschen Männerwelt "ihre Frau". Das Amplonius-Gymnasium wurde 1992 feste Partnerschule des internationalen Preisträgerprogramms. Zum 25. Geburtstag stiftete das PAD-Sekretariat der Kultusministerkonferenz, das dieses Programm organisiert und über Mittel des Außenministeriums finanziert, der Rheinberger Partnerschule jetzt eine Tafel.

Diese weihten die Lehrerinnen ein, die sich seit 1992 an der Schule um den internationalen Schüleraustausch kümmerten und kümmern: Petra Brück-van Hauten, Sabine Lambertz-Wirth, Petra Floris, Sigrid Schmitz und Wibke Neukirchner. "Wir schauen mit dem Programm über unseren Tellerrand", freut sich auch Schulleiter Marcus Padtberg über die kleine Auszeichnung. Schließlich gibt es bundesweit nur gut 30 PAD-Partnerschulen, am Niederrhein nur das Steinbart-Gymnasium in Duisburg und das Amplonius-Gymnasium in Rheinberg. "Es ist ein Programm für Schüler, Eltern und Lehrer", sagt der Schulleiter.

Die Austauschschüler haben in ihren Heimatländern wie Südafrika oder Indien, Finnland oder USA Deutschkurse besonders gut abgeschlossen, weshalb das Programm auch Preisträger-Programm heißt. Die insgesamt 450 Schüler sind kurz nach den Sommerferien für vier Wochen in Deutschland, davon eine Woche in Berlin und eine in Hamburg, Köln oder München. Dann kommen sie in Gruppen von 15 Schülern für zwei Wochen zu den Partnerschulen.

Dort leben sie bei Gastfamilien, besuchen den normalen Unterricht und erhalten besondere Deutschstunden. "Berlin ist toll, Rheinberg super", hörte Petra Brück-van Hauten immer wieder von den Austauschschülern, von die meisten 15 oder 16 Jahre alt sind. Schließlich ist das PAD-Programm, das seine Partner sonst vor allem an Gymnasien und einigen Gesamtschulen großer Städte findet, ein Aushängeschild für das Rheinberger Gymnasium, zumal es dessen Internationalität unterstreicht. Deshalb treiben Schulleiter und Lehrer das Projekt mit viel Herzblut voran, damit die Schüler aus aller Welt das Gymnasium, Rheinberg und den Niederrhein in guter Erinnerung behalten.

Außerdem trugen die Rheinberger nachhaltig dazu bei, die PAD-Konferenzen, die es an einem Wochenende im Jahr gibt, zu verändern. "Heute sind dort Frauen in der Mehrheit", sagt Sigrid Schmitz. "Manche haben ihre kleinen Kinder dabei." Auch seien die Schulvertreter längst nicht mehr nur Schulleiter.

Quelle: RP
 
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