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Alpen
Amaliengalerie: Ahls traf Nagel auf den Kopf

Alpen: Amaliengalerie: Ahls traf Nagel auf den Kopf
Bereit zum Richten (v.l.): Bauherr Andreas Hüls, Bauleiter Chistian Pöpping, Zimmermann Frank Ihling, Architektin Isil Celiktepe-Arslan, Zimmerermeister Manfred Kaiser und Bürgermeister Thomas Ahls FOTO: Armin Fischer
Alpen. Kaiserwetter beim Richtfest auf der Großbaustelle mitten in Alpen. In einem Jahr soll das Haus fertig sein - mit der Patronin am Brunnen. Von Bernfried Paus

Nur 19 Schläge - allesamt Treffer - benötigte Bürgermeister Thoams Ahls gestern Nachmittag, um den blumengeschmückten langen Nagel im Dachgebälk der Amaliengalerie zu versenken. Gekonnt. Bauherr Andreas Hüls brauche hoch über Alpen deutlich mehr Versuche. Doch das bekamen die zahlreichen Gäste beim Richtfest gut 20 Meter tiefer im sonnigen Innenhof des massiven Gebäudes nicht mit. Wohl aber den gereimten Richtspruch von Zimmerermeister Manfred Kaiser, der sich in luftiger Höhe Mikrofon und Verstärkertechnik bediente. So vernahmen die Leut' da unten den Wunsch, dass "dieses Bauwerk stehe fest in Ewigkeit". Darauf zerschmetterte der Meister in traditioneller Kluft eine Flasche Bier - eine leere versteht sich. Zum Anstoßen gab's ein Schnäpsken.

Die Richtfest-Crew war die nicht ganz 100 Treppenstufen - die drei Aufzüge kommen später - hochgestiegen und wurde mit einem imposanten Blick über Alpen und aufs Rathaus belohnt. Gut, dass bei hochsommerlichen Temperaturen der stolze Richtkranz mit bunten Bändern per Lastkran in die Höhe gehievt wurde.

In den Wohnungen der obersten Etage hat der Innenausbau bereits begonnen. Die Fenster sind drin, die ersten Leitungen liegen. Von den insgesamt 14 Wohnungen ist ein Dutzend bereits vergeben. Andreas Hüls sprach von einer "sehr guten Vermarktungsquote", auch was die Ladenlokale im Paterre angeht.

Mit Blick auf das sonnige Wetter sagte er im Innenhof, der attraktive Außenterrasse eines Cafés werden wird: "Wie wir sehen, werden wir hier eine Menge Marktschirme brauchen." Der Bauträger kündigte launig an, dass das Schmuckstück der Außengastronomie die Plastik einer Frau werde, der Frau, die dem Haus ihren Namen gegeben hat. Der Kurfürstin Amalia - quasi als Schutzpatronin - möchte Hüls in Alpen ein zweites Denkmal setzen. An einem Brunnen, in alltäglicherem Gewand als die stolze Fürstin an der Evangelischen Kirche und in Begleitung eines älteren Herrn.

In einem Jahr soll's soweit sein, dass die Caféhaus-Gäste das Kunstwerk im Innenhof bewundern können. Dann soll das stolze Projekt im Herzen des Dorfes vollendet sein.

Bürgermeister Ahls hofft, dass dann alls gut ist. Sein Wunsch: "Wenn ich in 20 Jahren durch Alpen wandere und dann höre, dass wir einen städtebaulichen Punkt gesetzt, Ärzte an den Ort gebunden und ein schönes Gebäude errichtet haben, dann wäre das ein tolles Kompliment." Die Worte saßen wie seine Hammerschläge auf den Kopf des Nagels. Das Richtfestpublikum applaudierte.

Quelle: RP
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