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Rheinberg
Amazon-Belegschaft sauer auf Gewerkschaft

Rheinberg. Betriebsratschef Jörg Schüring nennt Verdi-Klage gegen Sonntagsarbeit am 4. Advent "falsches Signal". Von Bernfried Paus

Große Teile der Amazon-Belegschaft in Rheinberg sind sauer auf die Gewerkschaft Verdi. Grund: Verdi hatte gegen die Entscheidung der Bezirksregierung geklagt, wie schon am vorigen Sonntag beim Online-Versandhändler auch am vierten Advent Sonntagsarbeit zu erlauben. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht teilt die Ansicht der Gewerkschaft. Noch bleibt Amazon die Beschwerde vorm Oberlandesgericht in Münster. Weil mit einer endgültigen Entscheidung erst heute gerechnet wird, so Jörg Schüring, Betriebsratschef am Standort Rheinberg, soll über eine Hotline sichergestellt werden, dass bei Bedarf die erforderliche Mannschaft morgen pünktlich antritt.

Schüring kritisiert den Vorstoß seiner Gewerkschaft gestern als "falsches Signal, das in die völlig falsche Richtung geht". Da die Sonntagsschicht freiwillig sei, nehme Verdi mit der Klage den Kollegen die Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen. Die Sonntagsstunden würden mit einem Plus von 75 Prozent vergütet, die Hälfte steuerfrei. Bis zu 120 Euro könne man am Sonntag verdienen. Das Interesse am lukrativen Zusatzdienst sei enorm, so der Betriebsratschef. Es würden sich weit mehr Leute melden als gebraucht würden.

Er könne das Verbot zur Boomzeit auch deshalb nicht verstehen, weil in der Vergangenheit an Adventssonntagen immer gearbeitet worden sei. "Der Schuss geht nach hinten los", schreibt Schüring der Gewerkschaft ins Stammbuch, die die Amazon-Belegschaft regelmäßig zu Warnstreiks aufruft, um einen Tarifvertrag durchzuboxen.

Quelle: RP
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