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Rheinberg
Amplonius-Statue: Die Befürworter sind verstimmt

Rheinberg. Edeltraud Hackstein vom Rheinberger Heimatverein ist "enttäuscht" von den Äußerungen des Stiftungsvorsitzenden. Von Bernfried Paus

Über die Art und Weise, eine historische Figur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist in Rheinberg ein Streit entflammt. Heinz Pannenbecker, ehemaliger Leiter des Amplonius-Gymnasiums und Vorsitzender Stiftung Amplonius Novus, ist mit seinen Äußerungen über den Plan, die Erinnerung an Amplonius mit einer Statue Gestalt annehmen zu lassen, beim Heimatverein Rheinberg "auf großes Unverständnis" gestoßen. Vorsitzende Edeltraud Hackstein stimmt ihm zwar zu, dass es in Rheinberg kaum Relikte des großen Gelehrten gibt. Pannenbecker bezeichnete außerdem die Bildnisse im Alten Rathaus und im nach Amplonius benannten Gymnasium als "reine Phantasieprodukte - wie wohl demnächst auch die für teures Geld errichtete Statue. Wer's mag..." (RP berichtete).

Die Vorsitzende des Heimatvereins hält dagegen. Pannenbecker könne kaum bestreiten, dass einer der größten Gelehrten im Mittelalter in Rheinberg geboren sei. "Damit bleibt unserer Stadt die Chance, mit dieser Persönlichkeit zu werben", so Hackstein.

Das könne auf sehr vielfältige Weise geschehen: Man könne als Direktor des Amplonius-Gymnasiums den großen Sohn der Stadt Eltern und Schülern nahebringen. Man könne in seinem Namen Vorlesewettbewerbe für Schüler veranstalten, wie es Pannenbecker vorschlage, oder man kann "die sehr sinnvolle Amplonius-Stiftung unterstützen", so Edeltraud Hackstein weiter.

Man könne aber auch bei auswärtigen Gästen bei Stadtführungen im Amplonius-Kostüm oder durch "visuelle Fixpunkte" wie einer Amplonius-Statue Interesse für den Rheinberger Gelehrten wecken. "In den Augen des Heimatvereins ist das kein Widerspruch." Es sei "längst überfällig", dem Arzt, Gelehrten und Theologen Amplonius Rating de Berka in seiner Geburtsstadt ein Denkmal zu setzen.

Die Statue soll ihren Platz an der ehemaligen Lateinschule vor der Kirche St. Peter finden. "Ein genialer Standort - denn Schülern dieser Schule ermöglichte Amplonius mit seiner Stiftung ein Studium in Erfurt", so Hackstein. Ideengeber Paul Feltes, der Heimatverein und zahlreiche Sponsoren, die sich für die geplante Statue stark machen, seien von Pannenbeckers Äußerungen "sehr enttäuscht".

Quelle: RP
 
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