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Rheinberg
Anka Zink plädiert fürs Leben in vollen Zügen

Rheinberg: Anka Zink plädiert fürs Leben in vollen Zügen
Die Bonnerin Anka Zink plauderte im Schwarzen Adler vom Reisen. FOTO: Veranstalter
Rheinberg. Reisen macht auch beim Zuhören Spaß - besonders wenn ein Comedian darüber wie aus dem wahren Leben plaudert. Von Sabine Hannemann

Die Kabarettistin Anka Zink ist im Rheinberger Raum eine bekannte Größe und kennt die Bühnenbretter im Schwarzen Adler gut. Ihr neues Programm "Leben in vollen Zügen" ist nicht nur eine Attacke auf das deutsche Schienennetz der Bahn, sondern zugleich ein Plädoyer. Genussfähigkeit ist eine der Grundvoraussetzungen, auf die sie baut.

Schwungvoll betritt sie die Bühne mit ihrer gelben Tasche, die im Verlauf des Abends eine durchaus wichtige Requisite werden soll. Beispielsweise, um zu demonstrieren, wie schwierig es ist, mit der Tasche über der Schulter ein Ticket aus dem Fahrkartenautomaten zu ziehen. "Reisen macht keinen Spaß. Das Ankommen schon. Alle sind immer woanders", erklärt sie.

Mobilität scheint zunächst ihr Thema zu sein, auf das sie sich humorvoll einschießt. Mit ihr erlebt das Publikum pure Reiselust mit dem Auto oder mit der Bahn. Sie begeistert mit Szenen am Ticketschalter, in der Servicewüste Reisecenter, plaudert von Beobachtungen, die sie bei Reisenden und ihren Eigenheiten macht, so "das Reiben" auf modernen Kommunikationsmitteln wie dem Smartphone. Als Handicap hat sie schnell die digitale Welt ausgemacht, über die sich der Mensch der Gegenwart organisiert. Zunächst entführt sie ihr Publikum nach Norderney zu den Sandbänken mit den Seehunden. Dann geht es weiter zu den Flughäfen und der verhängnisvollen Kombination von Tourist und Terrorist. Anka Zink hat die Sicherheitsüberprüfungen ins Visier genommen. Ob Nacktscanner, "Fummel-Check" oder das Flitsch-Gummi-Labyrinth, alles dient der Sicherheit von Flughafengebäuden und den dort befindlichen Reisenden. Sicherheit kontra Freizügigkeit konstatiert sie.

Auf humorvolle Weise beschreibt sie Urlaube, die sie mit ihrer Schwester gemacht hat, und nimmt dabei ironisch Tricks der Touristikbranche wie "All-inclusive"-Angebote auf die Schippe. "Wir wollten nach All-Inclusive", erzählt sie im Plauderton. Das bedeutet auch, mit unscheinbaren Cocktails wie "Sex on the beach" den Verstand abgeben und nachts Mücken jagen. Ihre Kernfrage lautet daher, was nimmt Mensch alles freiwillig auf sich, um etwas in vollen Zügen zu genießen.

Und wenn es das Schnitzel in Kambodscha oder der Dschungelurlaub mit dem Neffen in Ecuador samt Tarantel-Begegnung ist. Dabei schlüpft sie in die unterschiedlichsten Rollen, überzeichnet Urlaubserlebnisse gekonnt. Das Publikum war nach zweieinhalb Stunden Reisebericht total begeistert.

Quelle: RP
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