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Rheinberg
Anwohner besorgt: Autos viel zu schnell

Rheinberg: Anwohner besorgt: Autos viel zu schnell
Mit der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit sind zwischen Orsoyer Straße und Rheinstraße nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Anwohner fordern jetzt, die Situation zu entschärfen, um Gefahren vorzubeugen. FOTO: rp-fOTO. cHRISTOPH REICHWEIN
Rheinberg. Die Sachlage ist eindeutig und lässt keinen Interpretationsspielraum: Der Bereich zwischen Orsoyer Straße/Ecke Katte Wall und Rheinstraße/Ecke Entenmarkt ist eine verkehrsberuhigte Zone, somit gilt hier Schrittgeschwindigkeit. Dennoch wird dies oft schlichtweg ignoriert, ärgert sich ein Anwohner. Von Nicole Maibusch und Bernfried Paus

Immer wieder, so seine Erfahrung, zeichnen sich Verkehrsteilnehmer durch rüdes Fahrverhalten aus und gefährden damit Fußgänger und Radler. Und dabei seien es nicht nur die "üblichen Verdächtigen" - junge Männer mit PS-starkem Untersatz, die durch die Innenstadt brettern. Dieses Phänomen sei alters- und geschlechtsunabhängig, hat der Rheinberger beobachtet. "Selbst 'Herr und Frau Biedermann' sowie Bus- und Taxifahrer halten sich oft nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit", berichtet der RP-Leser. Dabei sei die Raserei sei nicht nur gefährlich, sondern für die Anwohner in den Abend- und Nachtstunden wegen der erheblichen Geräuschkulisse auch ausgesprochen nervig.

Dass die innerstädtische Schrittgeschwindigkeit ohne massive Kontrollen schwer durchzusetzen sei, leuchtet dem Rheinberger ein. Er aber habe den Eindruck, dass so gar nichts unternommen werde, um die Situation zu entschärfen.

Der Polizei weiß allerdings nichts von auffälligem Rasertum auf dem Streckenabschnitt. "Uns ist nichts davon bekannt, dass hier extrem gerast wird", sagt Polizeisprecher Timm Wandel. Er rät aber dazu, sich bei Auffälligkeiten immer auch an die Polizei zu wenden. Wenn sich die Hinweise verdichten würden, wäre das möglicherweise Anlass, Radarmessungen vorzunehmen. Erster Ansprechpartner auf der Strecke sei allerdings die Stadt Rheinberg, so Wandel.

Diese Aussage der Polizei verwundert wiederum den RP-Leser. Hatte er doch bereits Ende Oktober 2016 an die Polizei Wesel geschrieben - ebenso wie an die Stadt Rheinberg. In der Verwaltung ist man sich der Problematik bewusst. "Wir kennen die Situation in der Innenstadt", bestätigt Willi Weihofen vom Ordnungsamt. Auch die Politik wolle sich dem Thema annehmen. Für Geschwindigkeitskontrollen sei allerdings die Polizei zuständig, entsprechende Beschwerden seien weitergeleitet worden, sagt Weihofen.

Im Kampf gegen zu schnelles Fahren setzt die Verwaltung wie auch andere Kommunen auf eine mobile, digitale Warntafel. "Jeweils für zwei Wochen wird das Display, das Kraftfahrer über die eigene aktuelle Geschwindigkeit informiert, an kritischen Stellen auf Stadtgebiet installiert", informiert Weihofen. Auf diese Weise sollen die Verkehrsteilnehmer auf die Einhaltung der Geschwindigkeit hingewiesen werden. Zwei Mal schon habe die Tafel an der Rheinstraße gestanden.

Für den Anwohner ein kleiner Schritt, um das Problem in den Griff zu kriegen. Eine weitere Möglichkeit: Die Stadt könne auch die ansässigen Taxi-, Mietwagen- und Nahverkehrsunternehmen anschreiben, auf das Thema hinweisen und so sensibilisieren, schlägt der Anwohner vor. Er vermutet jedoch: Die vielen Raser des Alltags lernen nur, wenn es ans eigene Portemonnaie geht. Oder wenn schlimmstenfalls ein Unfall geschieht. Deshalb der Appell des RP-Lesers: Niemand möchte Raser vor der eigenen Haustür haben. Daher bei der Fahrt durch die Stadt einfach mal vom Gas gehen und bewusst Schrittgeschwindigkeit fahren.

Quelle: RP
 
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