| 00.00 Uhr

Rheinberg
Anwohner gegen das geplante Awo-Haus

Rheinberg: Anwohner gegen das geplante Awo-Haus
So sieht der erste Entwurf für das Awo-Gebäude aus. Es soll dort entstehen, wo heute die Fahrradabstellplätze der alten Montessorischule sind. FOTO: Awo
Rheinberg. Sie wollen eine Bürgerinitiative gründen. Die Stadt hat das Grundstück schon an den Kreisverband Wesel verkauft. Von Uwe Plien

Der Awo-Kreisverband Wesel, derzeit in den Räumen der Sparkasse an der Bahnhofstraße untergebracht, will an der Ecke Alte Rheinstraße/Ritterstraße ein neues Verwaltungsgebäude mit integrierter Seniorenbegegnungsstätte bauen (die RP berichtete mehrfach). Ein erster Entwurf wurde Ende September im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Dabei wurde mit Kritik nicht gespart. Zu groß und zu klobig sei das Gebäude, die Stellplatzfrage sei nicht geklärt und die Verkehrssituation auch nicht. Es müsse deutlich nachgebessert werden.

Inzwischen, so bestätigte der Technische Beigeordnete der Stadt Rheinberg gestern auf Nachfrage der RP, habe die Stadt das Grundstück an den Awo-Kreisverband verkauft. Die Verträge sind also gemacht. Eine Informationsveranstaltung soll es noch geben. Wann, das steht allerdings noch nicht fest. Das hänge auch von der Planung der Awo ab, deutete Paus an.

Mit diesem Plakat sprechen sich die Anwohner gegen die Pläne aus. Ihrer Ansicht nach gehört ein solches Gebäude nicht an diese Stelle. FOTO: Initiative

Das alles gefällt einigen Anwohnern überhaupt nicht. Deshalb treffen sie sich heute und wollen eine Bürgerinitiative gründen. Die Grundaussage dabei: Ein solcher Klotz, wie ihn die Awo plant, gehört nicht in einen historischen Altstadtbereich Rheinbergs. Unterschriftenlisten gegen das Vorhaben liegen bereits in Rheinberg aus.

Zu den Betroffenen gehören auch Julia und Ralf Winstroth. Das Ehepaar wohnt in seinem denkmalgeschützen Haus von 1911 an der Alten Rheinstraße 29. "Wenn dieses Verwaltungsgebäude so gebaut wird, liegt es keine zehn Meter von unserem Haus entfernt", sagt Ralf Winstroth. Er hat sich einen Entwurf des Integrierten Handlungskonzepts besorgt (eine Leitlinie für die künftige Stadtplanung innerhalb der Wälle). "Darin", so Winstroth, "wird der gesamte historische Altstadtbereich mit den Wallanlagen, dem Pulverturm und dem Bodendenkmal Stadtschloss als besonders wichtig erachtet. Wie passt es da zusammen, dass dort eine solche Planung entsteht?"

Die Stadt will, wenn der Erweiterungsbau für die Europaschule in vier, fünf Jahren fertig ist und die Fünftklässler nicht mehr an der Kurfürstenstraße unterrichtet werden müssen, auch das alte Schulgebäude abreißen. Dann sollen dort altengerechte Wohnungen entstehen. "Warum eigentlich?", fragt Julia Winstroth. "Man könnte die künftige Oberstufe doch dort unterbringen." Im Übrigen sei das Schulgebäude durchaus erhaltenswert. Ralf Winstroth würde die Situation an der Schule am liebsten so belassen wie sie jetzt ist. "Hier treffen sich Jugendliche nachmittags und spielen Basketball, hier findet das MAP-Festival statt. Hier stehen Linden und Platanen mit einem Stammumfang von teilweise mehr als drei Metern, die gefällt werden sollen. Das macht doch alles keinen Sinn. Die Awo hätte man auch an einer anderen Stelle unterberingen können."

Auch die Parkplatzsituation und die Verkehrsführung mit den engen Straßenverläufen bringt die Kritiker auf die Palme. Julia Winstroth: "Man bekommt bei uns schon heute tagsüber keinen Parkplatz mehr, weil hier auch viele Bedienstete der Stadtverwaltung ihre Autos abstellen. Wie soll das erst werden, wenn die Mitarbeiter der Awo noch dazu kommen."

Ihm sei bewusst, dass der Investor Baurecht erzwingen kann, schildert Ralf Winstroth. Genau deswegen hätte die Stadt Rheinberg dieses bedeutende Grundstück nicht veräußern dürfen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Anwohner gegen das geplante Awo-Haus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.