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Rheinberg
Arche Noah auf dem Großen Markt

Rheinberg. 70 Tierhalter kamen zum Tiersegnungsgottesdienst in Rheinberg, der auch künftig stattfinden soll. Von Erwin Kohl

Zwei Tage vor dem Fest des heiligen Franziskus, der einst zu den Vögeln sprach, fand auf dem Marktplatz im Schatten der alten Friedenseiche der vierte Rheinberger Open-Air-Gottesdienst für Mensch und Tier statt. An dem ökumenischen Schöpfungsgottesdienst mit Tiersegnung nahmen erstmals auch Gehörlose teil. Möglich gemacht hat dies die Evangelische Gehörlosenseelsorgerin Monika Greier, die Predigt und Liedtexte in die Gebärdensprache übersetzte.

Für Pfarrer Wolfgang Schmitz, der die Gemeinde am zweiten Advent verlässt, um künftig als Diözesangehörlosenseelsorger für das Bistum Münster tätig zu sein, erfüllen die Tiersegnungsgottesdienste einen besonderen Zweck: "Wir möchten den Menschen auf diese Weise deutlich machen, dass Mensch und Tier zusammen gehören."

Darauf wollte Schmitz auch mit der Lesung von der Arche Noah hinweisen, in der am Ende ein Regenbogen das Bündnis zwischen Mensch und Tier als gleiche Teile der Schöpfung symbolisiert. "Das Schöne an dem Bild ist, dass es zeigt, dass wir alle in einem Boot sitzen", so Schmitz, der den außergewöhnlichen Gottesdienst auch als willkommene Gelegenheit sieht, andere Menschen anzusprechen. Diese Möglichkeit wird es auch in Zukunft geben, denn sowohl Dr. Monika Beckmann, Initiatorin der Rheinberger Gottesdienste mit Tiersegnung, als auch Pastoralreferentin Barbara Jensen, Burghard Beckmann und Haushälterin Anne Terhardt wollen weitermachen. "Wir dürfen das einfach nicht einschlafen lassen. Ich war jahrelang bei den Franziskanern, dort sind Tiersegnungen völlig normal", sagt Burghard Beckmann. Schmitz freut das; der Pfarrer erinnert sich an viele außergewöhnliche Momente: "Ein Kind hat seinen Vater solange überredet, die Hühner segnen zu lassen, bis der eine Transportbox gebaut hat und mit den Tieren hierher kam." Außerdem verließen schon Schildkröten, Pferde, Meerschweinchen und sogar Grillen den Marktplatz mit Gottes Segen. Tiere sind auch im Gottesdienst willkommen, solange sie stubenrein sind. "Nur Huftiere müssen draußen bleiben, das verträgt der Kirchenboden nicht", so Schmitz.

Rund 70 Tierhalter waren jetzt mit ihren Zöglingen angereist. Eine davon war Anke Dahmen, die mit Mischlingshündin "Luna" bereits zum dritten Mal den Segen Gottes erhielt. "Auswirkungen auf den Hund habe ich durch die Segnungen zwar noch nicht feststellen können, aber mir geht es danach besser", erklärt die Rheinbergerin.

Quelle: RP
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