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Alpen
Auch Xanten denkt über Umlaufschranken an Bahnlinie nach

Alpen. Nach dem tödlichen Unfall am ländlich gelegenen Bahnübergang Hucker Straße haben die Behörden schnell reagiert. Noch beim Ortstermin am Montag hatten sich die Verantwortlichen darauf verständigt, der nur schwach frequentierten Übergang für motorisierten Verkehr abzuriegeln. Von Bernfried Paus und Julia Lörcks

Für gestern war angekündigt worden, eine sogenannte provisorische Umlaufschranke zu errichten. Die soll bis zu endgültigen Lösung die Posten ablösen, die hier seit gut einer Woche Dienst schieben. Doch bis zum frühen Nachmittag war von einem Bautrupp hier im Außenbereich keine Spur. Auf Nachfrage teilte ein Bahnsprecher mit, dass die Absperrung noch "im Laufe des Tages" kommen soll.

Das Provisorium riegelt den Übergang ab und wird später - der Zeitpunkt ist offen - von einer fest montierten Umlaufschranke ersetzt. Dabei handelt es sich um eine Anordnung von rot-weiß markierten Gitterstangen, die vor dem Übergang als Barriere wirken und Radler dazu zwingen abzusteigen. Um durchzugelangen, müssen die Gitter in Form einer Schlangenlinie oder Z-förmig umlaufen werden. Es gibt unterschiedliche Anordnungen, beispielsweise als Durchlass in einem Gitter, vor dem ein zweites Gitter als Sperre steht, oder als zwei ineinanderkämmende U-förmige Teile.

Der menschliche Posten am südlichen Übergang Hucker Straße bleibt noch stehen, bis dort heute Baum- und Strauchbewuchs beschnitten worden ist, "um das Sichtfenster auf den Übergang weiter zu öffnen". Auch hier ist daran gedacht, die Durchfahrt durch eine Umlaufschranke dicht zu machen. Aber darüber wird noch diskutiert. Nach RP-Informationen haben sich inzwischen Landwirte gemeldet, die weite Wege zu Feldern und Wiesen fürchten.

Auch im Xantener Rat war das Thema "unbeschrankter Bahnübergang" aktuell. So ist die Stadt davon an der Römerstraße betroffen. Deshalb gab es in Birten auch eine Bahnübergangsschau. Mit dem Ergebnis: Es gibt zwei Möglichkeiten. 1. die Installation einer Umlaufschranke. Das geht schnell und kostet 20.000 bis 30.000 Euro. Der Kostenanteil der Stadt beträgt 50 Prozent. 2. die Installation einer Schrankenanlage. Das dauert nach Angaben der Bahn im günstigsten Fall drei bis sechs Jahre und kostet mindestens 500.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt wiederum bei 50 Prozent. Bürgermeister Thomas Görtz möchte dieses Thema angehen, verweist es aber in den nächsten Sitzungslauf, beginnend mit den Bezirksausschüssen: "Bevor wir eine Entscheidung treffen, möchte ich zuerst mit den Landwirten sprechen. Für sie bedeutet die Sperrung nämlich einen Umweg über den Bahnübergang Heesweg."

Quelle: RP
 
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