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Rheinberg
Auf der Suche nach Gold im Rhein

Rheinberg. Orsoy ist nicht gerade die Hochburg für Goldsucher. Und doch haben einige der Teilnehmer eines VHS-Kurses in der Goldwäsche ein neues Hobby entdeckt. Von Erwin Kohl

Dieser Kurs der Volkshochschule versprach wahrhaft goldene Aussichten. Denn mit dem Düsseldorfer Maurice Balt kam einer der erfahrensten Goldwäscher nach Orsoy, um in seine Kunst einzuweisen.

Zunächst bekam jeder eine Goldwaschpfanne, eine Pipette und ein Fläschchen für das gefundene Gold. So recht daran zu glauben schien allerdings niemand. "Das Rheingold kommt aus den Alpen, wird mit jedem Hochwasser ein Stück weiter stromabwärts transportiert", erklärt Balt. Der Unternehmensberater hatte sich vor einigen Jahren ein spannendes Hobby als Ausgleich zum Bürojob gesucht. "Goldsucher sind immer in der Natur und haben meistens ein Erfolgserlebnis."

Bevor es für die VHS-Schüler soweit ist, werden sie von Balt in die Technik eingewiesen. "Das ist leichter als Radfahren, man muss nur einen haben, der es erklärt", so Balt. Zu Beginn wird die mit Wasser gefüllte Wanne geschockelt, das ist praktisch die grobe Vorwäsche. Dann wird mit kleinen Schwüngen Sand über den Rand befördert. Das Gold mit dem Bade ausschütten kann man dabei nicht. Balt: "Die Riefen am Rand halten das Gold zurück. Das funktioniert deshalb, weil es 19-mal schwerer ist als Wasser und Sand nur etwa sechsmal."

Marc Ferber hat diese Technik schnell verinnerlicht und nach kurzer Zeit Erfolg, auch wenn der Fund so winzig ist, dass er nur als kleiner glänzender Punkt wahrgenommen wird. "Das ist ein Flitter, ein kleines Goldteilchen, das aus Steinen splittert, wenn sie im Rhein kollidieren." Auch wenn es sich dabei um pures Gold handelt: Zur Refinanzierung der Kursgebühr in Höhe von 25 Euro reicht es bei weitem nicht. "50 000 dieser Flitter wiegen ein Gramm. Dafür bekommt man dann 40 Euro. Die werden wir hier kaum zusammen bekommen. Orsoy ist nicht gerade Hochburg für Goldsucher, dazu liegt der Ort zu weit von der Quelle entfernt", erläutert Balt.

Ohnehin wurde niemand der Anwesenden von der Hoffnung auf plötzlichen Reichtum begleitet. "Bei der Goldwäsche kann man so herrlich entspannen", berichtet Elke Demuth. Einen winzigen Flitter hat sie auch schon in der Pfanne. "Ich glaub, den werde ich nachher wieder freilassen", lacht die Alpenerin. André Bücker schwingt die Goldwaschpfanne in privater Mission. Der VHS-Verwaltungsleiter ist schon seit Jahren begeisterter Goldwäscher, ist dafür sogar schon zweimal nach Arizona gereist. Seine Einschätzung zum VHS-Claim in Orsoy: "Den städtischen Haushalt könnte man mit dem Rheingold wohl nicht sanieren." Wie selten Gold generell ist, macht Maurice Balt an einem Bild deutlich: "Das gesamte Gold der Erde würde einen Würfel mit einer Kantenlänge von gerade mal 20 Meter ergeben." Marc Ferber lässt sich davon nicht entmutigen, für ihn war der heutige Tag der Beginn eines neuen Hobbys: "Ich werde mir jetzt das Equipment zulegen und im nächsten Urlaub nach Gold suchen."

Quelle: RP
 
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