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Alpen
Aus Leidenschaft im Dienst der Menschen

Alpen. Evangelische Kirchengemeinde Alpen hat Prof. Klaus G. Pistor, der die Altersgrenze erreicht hat, als Presbyter verabschiedet. Von Erwin Kohl

"Wenn ich zurückblicke auf die acht Jahre, empfinde ich vor allem Dank dafür, Mitglied im Presbyterium gewesen zu sein", sagte Prof. Dr. Klaus G. Pistor am Sonntag im Rahmen seiner Verabschiedung. Der 75-jährige ist durch das Erreichen der Altersgrenze aus dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Alpen ausgeschieden.

Professor Pistor wird der Gemeinde nicht nur aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und seiner enormen Einsatzbereitschaft fehlen. Der ehemalige Leiter der Kinderklinik des Moerser Bethanien-Krankenhauses hat vor allem sehr viel Leidenschaft eingebracht. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite habe ich nun mehr Zeit, auf der anderen Seite war ich wirklich sehr gerne Presbyter", so Pistor.

Nach seiner Entpflichtung im Gottesdienst fand im Gemeindehaus eine kleine Feier statt. Pfarrer Dr. Hartmut Becks zeigte sich wie immer bestens vorbereitet und konnte die Gäste mit einer verblüffenden Familiengeschichte überraschen. Demnach ist die Familie Pistor der evangelischen Kirche beinahe solange treu, wie es sie gibt.

"Aus einer Chronik der Familie habe ich erfahren, dass seit dem Jahre 1550 ein Mitglied der Familie Pastor war. Der letzte stammt aus dem Jahre 1950, und das war kein schlechter, der war sogar reformiert", wusste Becks zu berichten. Wer derart viel Kompetenz in den Genen habe, könne für ein Presbyterium natürlich nur nützlich sein, auch wenn der Einsatzwille mitunter ausgefallene Wege vorsah.

"Eines Tages hat er mich gefragt, ob die Menschen auf dem Campingplatz Altfeld von uns betreut würden. Immerhin gehören die doch auch zur Kirchengemeinde", so Becks. Tatsächlich hatte sich bis dahin niemand darum gekümmert, so dass Pistor von Wohnwagen zu Wohnwagen ging, mit den Menschen redete und fortan regelmäßig Aushänge sowie den Gemeindebrief dort verteilte. "Das werde ich auch weiterhin machen", rief der scheidende Presbyter unter dem Gelächter der Anwesenden dazwischen.

Ebenso wird er sich auch künftig für den Besuchskreis engagieren und den Bibelkreis besuchen. Zu seinen vielen Verdiensten zählt der Einsatz für die Evangelische Kindertagesstätte, das Amaliencafé und das Projekt "Bunte Nachbarschaft", bei dem er sich gemeinsam mit dem LVR-Wohnverband für die Eingliederung älterer Menschen in eine lebendige Gemeinschaft stark macht.

Besonders am Herzen lag Pistor die Kinder- und Jugendarbeit. "Wir waren damals so dankbar. Professor Pistor kam genau zu der Zeit, als es galt, ein Familienzentrum einzurichten. Da konnte er uns mit seinem Sachverstand entscheidend helfen", erinnerte sich Becks. Der besondere Dank von Klaus G. Pistor galt seiner Frau, dem Ehepaar Becks und nicht zuletzt der ganzen Gemeinde. "Sie hat mich gewählt, mir ihr Vertrauen geschenkt und das Gefühl vermittelt, hier in Alpen ein Stück weit eine Heimat zu finden", sagte der Wahl-Alpener.

Quelle: RP
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