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Rheinberg
Bagger legt große Teile Rheinbergs lahm

Rheinberg: Bagger legt große Teile Rheinbergs lahm
Dieser Bagger war's: Bei Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum durchtrennte er versehentlich ein Stromkabel. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Bei Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum bei Amazon an der Straße Minkeldonk durchtrennte ein Baggerfahrer gestern ein Mittelspannungskabel. In Teilen der Innenstadt, in Alpsray, Millingen und am Annaberg ging das Licht aus. Von Uwe Plien

...und es hat Zoom gemacht - einmal ganz kurz, und dann war der Strom weg. Gestern um 12.35 Uhr war das. Anschließend ging in weiten Teilen der Rheinberger Innenstadt das Licht aus, verstummten Telefone, färbten sich Computerbildschirme schwarz. Eine knappe Stunde lang dauerte es, bis die Ursache gefunden und zumindest ein Teil der Betroffenen wieder ans Netz kam.

Ein Baggerfahrer hatte mit der Schaufel seines Arbeitsgeräts versehentlich ein Mittelspannungskabel erwischt. Und zwar auf der Baustelle an der Straße Minkeldonk in der Nähe von Amazon, wo zwischen DHL und dem Total-Autohof ein Logistikzentrum für die Firma HAVI-Logistics gebaut wird.

Nicht nur ein großer Teil der Rheinberger Innenstadt, auch der Annaberg, Alpsray und Millingen sowie ein kleiner Randbereich von Kamp-Lintfort waren betroffen. Bei Amazon selbst gab es keinen Stromausfall, wie Brigitte Hintzen-Elders vom Stromnetzbetreiber RWE der RP sagte: "Zwei Strecken sind durch den Zwischenfall ausgefallen. Um 13.26 Uhr war die Hauptleitung wieder repariert. Aber ein von uns beauftragtes Unternehmen hatte noch bis zum frühen Abend mit der Schadensbeseitigung zu tun." Wie viele Haushalte beziehungsweise Firmen betroffen waren, vermochte RWE nicht zu sagen.

Nur Sekunden nach dem Stromausfall strömten die Menschen in der Innenstadt schon auf die Straßen. "Bei euch auch?", lautete die erste Frage, wenn sich Ladeninhaber oder Anwohner begegneten. Bei Schneider Elkan Tarba versagten die Nähmaschinen, er legte eine Pause ein und nutzte die Zeit für eine kleine Plauderei mit seinen Nachbarinnen vom Reisebüro Artz gegenüber, Vanessa Hufen und Johanna Dohm. "Da kann man nichts machen", sagten die drei. Die beiden Verkäuferinnen in der Bäckerei Tebart verkauften Brot und Brötchen nur noch, wenn die Kunden mit passendem Geld bezahlen konnten. Der Grund: Die Kasse ließ sich nicht mehr öffnen. Und die normalerweise selbsttätig schließende Schiebetüre blieb geöffnet stehen.

Bei Rossmann am Kattewall und auch bei Netto und Aldi an der Xantener Straße musste das Personal den Verkauf kurzfristig einstellen, weil ohne Strom nichts mehr ging.

Bis zum Lokal "Punto" herrschte Steinzeit, jenseits davon Moderne mit Licht und funktionstüchtigen Computern. Die Sparkasse an der Bahnhofstraße und die Deutsche Bank an der Gelderstraße etwa waren ebenso wenig betroffen wie der Hexen-Imbiss, wo Chefin Petra Rosen nicht befürchten musste, dass das Friteusenfett abkühlte. Nach einer knappen Stunde atmeten auch Stefano Giordani und sein Team vom Eiscafé "Dolce Vita" auf: Das Eis blieb kühl und schmolz nicht.

Quelle: RP
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