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Rheinberg
Bahnlärm-Initiative und Niag einigen sich

Rheinberg. Ein Kompromiss führt nie zur vollständigen Zufriedenheit der am Einigungsprozess beteiligten Parteien. Das ist auch in der seit nunmehr drei Jahren währenden Auseinandersetzung zwischen den Niag-Verkehrsbetrieben und der Bürgerinitiative Bahnlärm Orsoy-Baerl nicht anders. Dass die Niag und die Anwohner der Bahnstrecke sowie die Stadt Rheinberg als dritter Partner im Bunde es dennoch geschafft haben, sich auf eine Acht-Punkte-Vereinbarung zu einigen, spricht für die Sachlichkeit der auf allen Seiten geleisteten Arbeit und den respektvollen Umgang miteinander. Im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss unterstrichen die Partner dies gestern Abend mehrfach. Die Vereinbarung soll bald unterzeichnet werden. Von Uwe Plien

Die Hintergründe dürften hinlänglich bekannt sein. Auf der Bahnstrecke, die im Orsoyer Rheinhafen endet, wird seit mehr als 100 Jahren Kohle auf Zügen verfrachtet. Die Linie ist genehmigt und hat Bestandsschutz. Genehmigt worden sind aber auch die nahe an den Gleisen liegenden Wohnhäusern, deren Bewohner keine Ruhe mehr finden, seit durch die stark verbesserte Auftragslage der Niag deutlich mehr Güterzüge durch Orsoy, Orsoyerberg, Vierbaum, Budberg und Baerl rollen als dies früher der Fall war. Als nach einem tödlichen Unfall auf der Bahnlinie die Pfeifsignale auch nachts zunahmen, war das Maß voll und es gründete sich eine Bürgerinitiative. Deren Ziel war es, die Niag dazu zu bewegen, die Strecke zu modernisieren, sie besser zu sichern, die Züge langsamer fahren zu lassen und möglichst wenig Züge nachts rollen zu lassen.

Dr. Eva Hellmis, von Beginn an Sprecherin der Initiative, sagte gestern sehr deutlich: "Uns hätte es gereicht, wenn in der Vereinbarung statt acht nur ein oder zwei Punkte berücksichtigt worden wären: die Herabsetzung der Geschwindigkeit, mit der die Züge fahren, und die Optimierung der Beschleunigungs- und Bremsvorgänge." Probleme bereiten aktuell die Betonschwellen, die weniger nachgeben als Holzschwellen und somit mehr störende Geräusche entwickeln.

Für die Niag nahmen Vorstand Peter Giesen und Eisenbahnbetriebsleiter Thomas Scherbarth an der Sitzung teil. Giesen sagte, dass bald eine Gleisschmieranlage zum Verhindern von Quietschgeräuschen installiert werde. Trotz der Einigung wollen Initiative, Niag und Stadt weiter im Gespräch bleiben.

Quelle: RP
 
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