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Rheinberg
Bauer kritisiert Kreislandwirt: "Milch-Export schadet Afrika"

Rheinberg. Die Äußerungen von Kreislandwirt Wilhelm Neu (Hamminkeln-Brünen) zum aktuell wieder sehr niedrigen Milchpreis haben den Widerspruch von Milchviehhalter Theo Zerbe hervorgerufen, dessen Betrieb auf der Grenze von Millingen zu Kamp-Lintfort liegt. Neu hält den Wegfall der Milchquote als Grund für den Preisverfall für abwegig. "Nach der Quote hat man geglaubt, halb Europa würde sich totmelken", hatte Neu im RP-Gespräch pointiert formuliert. Das sei aber nicht der Fall, die Produktionsmenge liege auf dem Niveau des Vorjahres. Und genau das sei eben das Problem, argumentiert Zerbe. Denn die Produktion sei schon vorher angekurbelt worden.

Trotz vorhandener Milchüberschüsse seien weiter Subventionen in den Bau großer Ställe geflossen, um sich für den Milchexport zu rüsten. Nun seien aber für die deutschen Milchbauern in Russland und China große Absatzmärkte weggebrochen. Das führe nun zu einem starken Anstieg der Milchmenge am Markt und wirke sich fatal auf den Preis aus. "Was mir fehlt, ist ein Plan B", so Zerbe über die fehlende Bremse für den Preissturz.

Gleichzeitig macht Bauer Zerbe auf die fatalen Folgen des Milchexportes in den Drittländern aufmerksam, der auch von den kirchlichen Hilfsorganisationen heftig kritisiert werde. "Die Lieferungen von Milchpulver aus Europa nach Afrika macht dort die landwirtschaftlichen Strukturen kaputt oder lässt sie sich erst gar nicht entwickeln", so Zerbe über die Exportorientierung der europäischen Milchbauern, die zunehmend den Weltmarkt in den Blick nähmen. Dabei mache doch die massenhafte Flucht aus den Ländern Afrikas überdeutlich, wie groß die wirtschaftliche Not dort sei.

(bp)
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