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Rheinberg
Beerdigungsinstitut Balzen vor Generationswechsel

Rheinberg. Wer in diesen November-Tagen über den Friedhof geht, wird sich tief beeindruckt zeigen. Kerzen erleuchten die meist frisch geschmückten Gräber und tauchen die Ruhestätten in sanftes Licht. "Familien kommen gerade jetzt an den Feiertagen, ihrer Verstorbenen zu gedenken", berichten Walburga und Helmut Balzen über die Trauerkultur auch in Zeiten zunehmender Anonymität auf Friedhöfen.

Seit 1982 führt das Ehepaar ein Beerdigunginstitut an der Kirchstraße in Ossenberg. Mit Filialen ist das Bestattungsinstitut Balzen zudem in Wallach und Alpen vertreten. "Mag der christliche Glaube im Alltag oft nebensächlich sein, so spielt er weiter eine bedeutende Rolle bei der Trauerarbeit", sagt die Bestatter aus Erfahrung. Für sie ist der Glaube auch unternehmerisches Leitbild: Eine würdige Beerdigung darf keine Frage finanzieller Möglichkeiten sein.

Doch die Bestattungskultur hat sich gewandelt: Statt klassischer Beisetzung im Sarg ist vielfach eine Urnenbestattung oder ein Wiesengrab gewünscht. Die Menschen möchten einen Ort, an dem sie trauern können, aber pflegeleicht muss er sein. "Die Kinder der Verstorbenen leben in anderen Städten, Verwandte, die sich um die Grabpflege kümmern, gibt es nicht mehr", vermutet Heike Pajaziti, Tochter von Walburga und Helmut Balzen, die Gründe für die Entwicklung.

Die 39-jährige gelernte Hauswirtschafterin absolviert derzeit eine Ausbildung zur Bestatterin und wird im Laufe des nächsten Jahres den elterlichen Betrieb übernehmen. Die Entscheidung für die Unternehmensübernahme hat sie mit ihren Eltern nach reiflicher Überlegung getroffen. "Ich bin im Betrieb groß geworden, habe von meinen Eltern viel mit auf den Weg bekommen", sagt die zweifache Mutter. Walburga und Helmut Balzen sind froh darüber. "Wir wissen den Betrieb in guten Händen", so das Ehepaar. Ebenso wie ihre Eltern möchte Heike Pajaziti, dass sich trauernde Angehörigen bei ihr von der ersten Beratung über die Erledigung der Formalitäten bis zum Grabschmuck in guten Händen fühlen.

Einen lieben Angehörigen zu verlieren, sei schmerzhaft; eine Ausnahmesituation, in der neben Einfühlungsvermögen auch Offenheit und Ehrlichkeit gefragt sei. "Es gilt herauszufinden, welche Art der Bestattung in welchem Rahmen wirklich gewünscht ist, um die Kunden dabei bestmöglich zu begleiten", betont die Bestatterin in Ausbildung. Das sei für sie die Herausforderung in der Zukunft. Dabei stehen ihr ihre Eltern zur Seite.

(nmb)
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