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Rheinberg
Beim Herbstkonzert klingt das Ende mit

Rheinberg: Beim Herbstkonzert klingt das Ende mit
Der Männergesangsverein und der Kirchenchor der katholischen Gemeinde St. Nikolaus Orsoy sorgten für eine tolle Stimmung in der Kirche. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. MGV-Eintracht-Vorsitzender Theo Schepers kündigte an, dass es nur noch ein Frühjahrskonzert geben werde. Von Peter Gottschlich

Wenn die Blätter sich im Herbst verfärben, sich von den Ästen lösen, tanzen und zu Boden fallen, liegt Abschied in der Luft. Abschied schwang auch beim Herbstkonzert mit, zu dem der Männergesangverein "Eintracht von 1854 Orsoy" am Sonntagabend mit dem Kirchenchor St. Nikolaus Orsoy in die Nikolauskirche eingeladen hatte. "In den nächsten Tagen setzen wir uns zusammen", sagte MGV-Vorsitzender Theo Schepers im Pfarrheim "Altes Zollhaus", wo sich 60 Sänger nach dem Konzert trafen. "Wir sind nur noch acht aktive und gesunde Sänger, alle 80 Jahre und älter. Wenn wir uns zusammensetzen, entscheidet sich, was wir machen. Vielleicht geben wir noch ein Frühjahrskonzert."

Aber nicht nur für den Männergesangsverein von 1854 war es ein vorgezogener Abschied, sondern auch für Wolfgang Schmitz, der seit zwölf Jahren Pfarrer in Rheinberg ist und am 4. Dezember mit einem Gottesdienst in St. Peter offiziell Ade sagt. "Ich gehe schweren Herzens", erzählte der 49-jährige Dechant, der kurz vor seiner offiziellen Verabschiedung seinen 50. Geburtstag feiert. "Ich bin gerne hier in Rheinberg. Und ich bin gerne Gemeindepfarrer. Aber der Bischof hat mich nach Enniger bei Hamm berufen, um mich um die Gehörlosenseelsorge im Bistum zu kümmern." Für sein Engagement erhielt er Dank von Theo Schepers. "Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit", meinte der MGV-Vorsitzende.

Zu dem doppelten Abschied hatten die Chorleiter Dennis Kittner und Dirk Menzenbach Stücke ausgesucht, die die Menschen als gläubige Pilger und fröhliche Wanderer beschreiben. Zum Beispiel gaben die Eintracht-Männer Ausschnitte aus der Deutschen Messe von Franz Schubert zum Besten, wie "Wohin soll ich mich wenden?". Unterstützt wurden sie von Sängern des MGV Borth, des MGV "Froh und Ernst" Millingen sowie Tenören und Bässen aus Xanten, die alle von Dennis Kittner trainiert und dirigiert werden. Mit ihnen stellten sie auch weltliche Lieder vor wie "Der Wandrer" von Gerd Sorg oder weltlich-geistliche Stücke wie den Pilgerchor aus der Oper Tannhäuser des Spätromantikers Richard Wagner. Hier zeigten die Sänger, wie stimmgewaltig sie sind und wie genau sie die Töne treffen. Wird dieses Stück doch nur sehr selten von Männergesangsvereinen vorgetragen, weil es harmonisch schwer zu singen ist und die Lautstärke mehrfach zwischen ganz leise sowie sehr laut wechselt.

Der Pilgerchor war einer der Höhepunkte des gut eineinhalbstündigen Herbstkonzertes wie auch das "Herr, höre unser Gebet" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei dem der Kirchenchor vom Duett Buai Döppers und Barbara Klüppel unterstützt wurde. Das Präludium e-moll des Barock-Komponisten Nicolaus Bruhns stach hervor, das vom Organisten Thomas Klein gespielt wurde.

Dazu dürfte vielen der 110 Konzertbesucher das "Schötzefess in Oschau" im Ohr bleiben, das vom Kirchenchor nach der Hochzeitsmelodie aus der Oper "Die verkaufte Braut" des böhmischen Komponisten Bedrich Smetana vorgetragen wurde. "Wat'n Katzenjammer", sangen sie im Refrain. Dann hörten sie wieder die "Vögel senge", die nach dem Herbst den Frühling ankündigen, wenn der tote Boden sich wieder öffnet, um Neues in den Himmel wachsen zu lassen.

Quelle: RP
 
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