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Alpen
Bezauberndes Musik-Duo mit Gitarre und Mandoline

Alpen. Es gibt in Europa nur wenige Mandolinen- und Gitarrenduos. Eines der bekanntesten ist das Duo Daniel Ahlert und Birgit Schwab. 1992 fand es zusammen. Als Jungstudent und Mandolinenspieler Daniel Ahlert sucht nach dem Abitur eine Partnerin und Gitarrenspielerin, um bei einem Kammermusikwettbewerb in Belgien dabei sein zu können. Die Beiden gewannen in Soumagne, wurden auch privat ein Paar und studierten an der Musikhochschule in Wuppertal. Zum 25. Bühnenjubiläum hat das Duo ein Programm zusammengestellt, das die schönsten Stücke ihrer Karriere enthält. Am Sonntag gastierte es damit in der evangelischen Kirche in Alpen.

Es ist ein persönliches Programm, weil das Duo aus Kamen, das im mitteleuropäischen und im angloamerikanischen Raum unterwegs ist, alle Stücke für sich hat schreiben lassen. "Für Mandoline und Gitarre gibt es keine Kompositionen aus der Klassik oder der Romantik", berichtete Birgit Schwab. "Deshalb lassen wir unsere Stücke komponieren. Insgesamt sind es 100 von 80 verschiedenen Komponisten."

Darunter sind einige große zeitgenössische Musikdichter wie Thomas Schmidt-Kowalski. Der deutsche Komponist, der 2013 mit 64 Jahren starb und durch sein Streichsextett in Es-Dur in Klassikkreisen bekannt ist, schrieb für das Duo das Stück "Variationen über ein eigenes Thema". Es verbindet im romantischen Stil den eher harten und kalten Klang der Mandoline mit dem eher weichen und warmen der Gitarre zu einem besonderen Klangkosmos. Ein anderes Beispiel ist Peter Machajdik. Der deutsch-slowakische Komponist, der 1961 geboren wurde und mit seiner Komposition "Dem Regenbogen so nahe" in Klassikkreisen für Furore sorgte, schrieb zum Jubiläum des Duos das Stück "Mit den Augen eines Falken", mit dem er lautmalerisch die wachsame Ruhe festhält.

Neben diesen renommierten Komponisten arbeitet das Duo mit Tondichtern, die in Mitteleuropa nur wenig bekannt sind. So schrieb der US-Amerikaner Jeffrey Harrington das Stück "Erg". Darin lässt der 61-jährige Komponist eine wandernde Sanddüne, wie Erg übersetzt werden kann, eine Stadt unter sich begraben, um seine Erlebnisse am 11. September 2001 zu verarbeiten, als er sich in New York in der Nähe des zusammenbrechenden Doppelturms aufhielt.

Ebenfalls Bilder transportiert Jonathon Jackson. Der 55-jährige Brite schrieb zum Jubiläum des Paares die Komposition "Pandora's Box" nach der Tragödie von Frank Wedekind, in der Lulu in London brutal von Jack the Ripper ermordet wird. Die Welturaufführung hätte mehr als 30 Zuhörer verdient gehabt, die, eingeladen vom Musik- und Literaturkreis, in die evangelische Kirche kamen - und nicht zur Fastenpredigt von Bürgermeister Thomas Ahls in die Kirche St. Walburgis in Menzelen oder zum Konzert von Judy Bailey in der evangelischen Kirche Büderich. Sie wurden belohnt, weil sie erlebten, wie sie von zwei brillanten Musikern mit einem einmaligen Klangkosmos verzaubert wurden.

(got)
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