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Rheinberg
Bibliothek klagt über zu wenig Personal

Rheinberg. Das Team der städtischen Einrichtung befürchtet, den Anforderungen der Zukunft nicht mehr gewachsen zu sein. Es wird versucht, mit mehr Veranstaltungen und Werbeaktionen ein positives Zeichen zu setzen, heißt es im Jahresbericht. Von Uwe Plien

Trotz leicht verringerter Öffnungsstunden gegenüber 2014 hat die Stadtbibliothek Rheinberg in verschiedenen Bereichen zugelegt. Das kann man im jetzt vorgelegten Jahresbericht der Einrichtung im ehemaligen Konvikt an der Lützenhofstraße nachlesen. Nicht nur die Zahl der Neuanmeldungen ist gestiegen (von 381 auf 451), sondern es gab auch insgesamt mehr angemeldete Leser (15.707 statt 15.300 im Jahr zuvor) und es ist ein Zuwachs an aktivierten Ausweisen zu verzeichnen (2270 statt zuvor 1993).

Unterdessen hat sich der Medienbestand verändert. Im Jahr 2015 gab es insgesamt 56.542 Medien (also verfügbare Bücher, Zeitschriften Spiele, CDs und DVDs); 2014 lag die Zahl noch bei 57.135. Gut entwickelt hat sich allerdings der virtuelle Bestand im Verbund. Seine Zahl kletterte von 11.594 auf 14.753.

Im vergangenen Jahr wurde weniger ausgeliehen. Der Wert verringerte sich von 177.330 im Jahr 2014 auf 173.504. Hingegen entwickelte sich die Anzahl der Veranstaltungen, Bibliothekseinführungen und Ausstellungen von 31 auf 47. Kamen 2014 noch 2645 neu eingearbeitete Medien hinzu, so waren es zum Ende des Jahres 2015 sogar 3086 neue Medien. Aber es wurde auch mehr aussortiert: 2706 Objekte nahm das Bücherei-Team aus den Regalen (2014: 2492).

Bedingt durch personelle Einschränkungen und dem damit verbundenen geringeren Service, einer Verkürzung der wöchentlichen Öffnungszeiten, Betriebsferien und einem knapperen Anschaffungsetat sei die Stadtbibliothek in den beiden vergangenen Jahren in die negativen Schlagzeilen geraten, heißt es im Jahresbericht. Um dem entgegenzuwirken, habe man versucht, durch Veranstaltungen einen positiven Akzent zu setzen und beispielsweise durch Präsentationen außerhalb des Hauses neue Kunden zu werben. In den Sommerferien 2015 richtete das Team um Leiterin Gabriele Gratz-Stötzer einen Wii-Abend (Spielekonsole) im Rahmen des Ferienkompass-Programms aus. Der sei innerhalb kürzester Zeit ausgebucht gewesen und sehr erfolgreich verlaufen, heißt es.

Gut kamen auch zwei Autorenlesungen mit der Rheinbergerin Anja Rupprecht sowie Eva Karnofsky aus Hamminkeln an. Bei der i-Dötzchen-Party im AOK-Haus an der Bahnhofstraße in Rheinberg präsentierte die Bibliothek ihr Angebot für Leseanfänger.

Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht die Rheinberger Stadtbibliothek in der Leseförderung. Kindergärten und Schulen sind in diesem Zusammenhang gute Partner. So sind die Bibliothekarinnen auch als Jurorinnen bei Vorlesewettbewerben gefragte Fachleute.

Auf einem guten Weg ist die Onleihe Niederrhein. Dem Verbund ist im vergangenen Jahr mit Willich eine weitere Bibliothek beigetreten, so dass sich inzwischen 15 Häuser gemeinsam für ein vielfältiges Angebot an eMedien zum Herunterladen einsetzen.

Sorgen macht der Bücherei nach wie vor die personelle Situation (die RP berichtete) - bedingt dadurch, dass die Stadt im Haushaltssicherungskonzept steckt. Anfang 2013 war die Bücherei noch mit 4,08 Stellen besetzt. Für eine Vollzeit-Kollegin in Elternzeit kam eine Halbtagskraft. Mit nun 3,37 Stellen sei es zu einschneidenden Serviceeinschränkungen gekommen.

So wurden zum Beispiel die wöchentlichen Öffnungszeiten der Bücherei reduziert. "Die Stadtbibliothek hat Sorge, mit dem reduzierten Personalstand auf Dauer den Anforderungen der Zukunft nicht gewachsen zu sein und in eine Abwärtsspirale zu geraten." - So ist die Sorge des Bücherei-Teams im Jahresbericht formuliert, mit dem sich der Ausschuss für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur jetzt auseinandergesetzt hat.

Quelle: RP
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