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Rheinberg
Bis 2035 mehr Rheinberger als das Land voraussagt

Rheinberg. Die Stadt Rheinberg hat beim Hamburger Fachplanungsbüro ALP ("Institut für Wohnen und Stadtentwicklung") eine Bevölkerungsprognose, berechnet für die Zeit bis zum Jahr 2035, in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lagen dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt vor. Von Uwe Plien

Den Hintergrund machte der Technische Beigeordnete Dieter Paus deutlich: In Rheinberg hat sich der Arbeitsmarkt (insbesondere durch Amazon) "deutlich dynamischer" entwickelt als im Landesschnitt. Das wirkt sich auf die Einwohnerzahl aus. Je besser die Qualität der Ausgangsdaten sei, desto präziser sie das Ergebnis.

Wie andere Kommunen hatte auch Rheinberg Kritik an der Modellrechnungen von IT NRW geäußert, insbesondere beim informellen Vorverfahren zur Neuaufstellung des Regionalplans. Interessant, wie stark die Ergebnisse des ALP-Gutachtens von den Berechnungen von IT.NRW abweichen. Bei den Hamburgern liegt die Bevölkerungsprognose je nach Szenario fünf beziehungsweise acht Prozent höher.

Dieter Paus sagte im Ausschuss, eine aussagekräftige Vorhersage sei wichtig vor dem Hintergrund des demographischen Wandels; wichtig für die Schulentwicklungsplanung, wichtig für die Kindergartenbedarfsplanung. Paus: "So können wir Rückschlüsse auf unsere Infrastruktur ziehen." Aus der Prognose den Schluss zu ziehen, die Stadt wolle daraus nur folgern, mehr Bebauungsgebiete planen und ausweisen zu müssen, sei Quatsch. Dies hatte Grünen-Vertreter Simon Thölke in seinen Ausführungen angedeutet. Thölke hatte sich auch danach erkundigt, warum die Stadt diese Arbeit in Auftrag gegeben hatte und wie hoch die Kosten seien. Die Stadt zahlt 4400 Euro an das Institut.

Peter Tullius (SPD) wertete das Ergebnis als "eine gute Grundlage". "Wir haben in den vergangenen Jahren in Rheinberg mehr als 3000 neue Arbeitsplätze hinzubekommen", sagte er. "Es wäre doch schön, wenn alle diese Menschen nicht tagtäglich mit ihren Autos hierher kommen müssten, sondern hier in Rheinberg wohnen würden. Wir sprechen über Sportstättenplanung, über das Bäderkonzept, planen Kita-Plätze und erweitern die Schule. Da brauchen wir verlässliche Zahlen."

Klaus Wittmann von der CDU erkundigte sich, ob eine veränderte Entwicklung der Bevölkerungszahlen Auswirkungen auf die Flächenzuweisungen habe. Damit sei nicht zu rechnen, meinte Dieter Paus. Weil aber nun aktuelle Zahlen zur Verfügung stehen, können man der Regionalplanung nun empfehlen, mit den aktuellen Zahlen zu arbeiten. Ratsam sei es zudem, die nun vorliegende Prognose in regelmäßigen Abständen, etwa alle fünf Jahre, auf den neuesten Stand zu bringen, damit sie aktuell bleibe.

Quelle: RP
 
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