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Rheinberg
Bitte gebt uns die "Krasse Klasse" zurück!

Rheinberg: Bitte gebt uns die "Krasse Klasse" zurück!
Musik-Unterricht bei Schulleiter Marcus Padtberg. Rawda Masri aus Syrien (mit Kopftuch) lernt zusammen mit deutschen Schülerinnen in der Klasse 5c. Die Flüchtlingskinder sollen möglichst schnell integriert werden. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Mit einem Antrag wollen die Rheinberger Schulleiter erreichen, dass die Stadt wieder Präventiv-Angebote finanziert. Von Uwe Plien

Es sei ja sehr nett, dass die Rheinberger Schulen stets für ihre vorbildliche Integrationsarbeit gelobt würden, sagte die Rektorin der St.-Peter-Grundschule, Gabi Krekeler, im Schulausschuss - vor allem, wenn es jetzt um die vielen Flüchtlinge gehe. "Aber es geht ja nicht nur darum, Räume zur Verfügung zu stellen", so die Pädagogin. "Man muss sich mal anschauen, was es bedeutet, Kinder zu unterrichten, die kein Deutsch sprechen."

Marcus Padtberg, Direktor des Amplonius-Gymnasiums, stimmte seiner Berufskollegin zu: "Viele Flüchtlinge kommen aus völlig anderen Kulturkreisen. Da ist es nicht immer selbstverständlich, dass im Unterricht ein Junge und ein Mädchen nebeneinander an einem Tisch sitzen und gemeinsam in ein Buch schauen."

Hintergrund dieser Erläuterungen war ein gemeinsamer Antrag der Rheinberger Schulleiter an den Schulausschuss. Darin werben sie dafür, dass die Stadt wieder Präventionsangebote finanziert - so, wie das bis 2012 in Rheinberg üblich war. Damals zogen die in Rheinberg bestens bekannten und fachlich hervorragenden Sozialpädagogen Manuel und Marco Kutz durch die Schulen und führten mit Grundschulkindern Programme wie "Krasse Klasse" an Grundschulen durch. Bei diesem präventiven Angebot geht es unter anderem darum, Regeln zu vermitteln: andere aussprechen zu lassen, nicht gleich zuzuschlagen, respektvollen Umgang zu üben. An weiterführenden Schulen heißt das Pendant "Klassencheck" für Sechstklässler. Auch das habe sich bewährt, sagte Marcus Padtberg.

Dorothee Menges-Wilms, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Rheinberg, sagte im Ausschuss: "Es ist unserer Auffassung besser und billiger, in Prävention zu investieren, als später die Folgen zu tragen." Die Schulleiter führten übereinstimmend aus, dass es zunehmend schwierigere Schüler gebe. Und damit seien keinesfalls die Flüchtlinge gemeint, sondern oftmals auch deutsche Kinder.

Helga Karl aus dem Fachbereich Schule sagte, dass die finanzielle Unterstützung solcher präventiven Maßnahmen vor vier Jahren eingestellt worden sei, weil der Stadt das Geld dafür gefehlt habe.

Katharina Hötte, CDU-Ausschussmitglied und pensionierte Lehrerin, erinnerte an die Möglichkeit des Sponsorings. Beispielsweise habe der Lions-Club früher solche Angebote übernommen.

Quelle: RP
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