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Rheinberg
Boxer frisst Rattengift

Rheinberg: Boxer frisst Rattengift
Vom Rheinberger Stadtpark aus schwärmten gestern Tierfreunde in die ganze Stadt aus und hängten Hinweise auf, die vor Giftködern warnen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Siebenjähriger Hund kämpft in Tierklinik Asterlagen ums Überleben. Inga Weyers und Rheinberger Tierfreunde hängten gestern in der ganzen Stadt Warntafeln auf – auch aus Sorge um die Gesundheit von Menschen. Von Rainer Kaussen

Butch ist – salopp gesagt – ein prima Kumpel. Einer, mit dem man lange Spaziergänge machen kann; einer, mit dem man herumtollt; sogar mit einer Portion Humor scheint der sieben Jahre alte Boxer ausgestattet zu sein – jedenfalls machte er bereitwillig mit, als Inga Weyers, sein "Frauchen", ihn zur Fußball-WM 2005 mit Fan-Dekor schmückte.

Und nun ringt Butch ums Überleben: Es besteht die akute Gefahr, dass der Boxer innerlich verblutet. Denn Butch hat Rattengift gefressen. Darin sind sich die Veterinäre der Tierklinik Asterlagen sicher, die sich intensiv um den Hund bemühen. Inga Weyers: "Zurzeit wird versucht, die Blutungen zu stoppen". Aber die Blutwerte seien sehr schlecht, es bestehe Lebensgefahr.

Damit bewahrheitet sich die Sorge unter Rheinberger Hundebesitzern, über die die Rheinische Post bereits am 30. August berichtet hatte: Im Stadtpark, aber auch im Bereich der Wallanlagen und an den Tennisanlagen am Friedrich-Stender-Weg seien Giftköder ausgelegt.

Möglicherweise aber nicht nur da. Denn in den genannten Bereichen waren Inga Weyers und Butch nicht unterwegs. Ihre Gassi-Strecke ist an der Bahnhofstraße. Richtung stadtauswärts. Wo der Boxer das Gift gefressen hat, lässt sich nicht mehr feststellen: Die Wirkung tritt erst mit ein paar Tagen Verzögerung ein. Für Inga Weyers stand fest, dass anderen Tieren das Leiden ihres Hundes erspart bleiben soll.

Schon am Samstag waren sie und andere Tierfreunde in der Stadt unterwegs und hängten selbst hergestellte Schilder aus. Im DIN-A4-Format, wetterfest laminiert, ist die Warnung vor dem Rattengift nun unübersehbar im Stadtgebiet. Vor der akuten Gefahr für Tiere letztlich aber auch für – Menschen. Gestern Nachmittag wurden weitere Warntafeln aufgehängt.

Bei der Polizei und beim Rheinberger Ordnungsamt lagen gestern keine Informationen über weitere vergiftete Tiere vor. Doch das kann nicht als Entwarnung gedeutet werden. Vor allem nicht angesichts eines Briefes, von dem eine Hundehalterin gestern im Kreise der Tierfreunde berichtete. Tenor dieses – natürlich – anonym verfassten Schreibens: "Wenn ihr eure Hunde nicht in den Griff bekommt, werde ich das Problem auf anderem Wege lösen."

(RP/ila)
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